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Kaum traue ich meinen Augen, als ich am 19.4.12, die “Süddeutsche Zeitung” anschaue. Sie erwähnt doch tatsächlich die Mennoniten auf der ersten Seite. Was da geschrieben steht, schaue man oder frau sich am besten selber an.

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auch

ein gedicht

nach auschwitz

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zur debatte um einen text von günter grass



Zum 100. Todestag

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Menno Mai, Stich aus einem Flugblatt des 16. Jahrhunderts

ln mehreren Beiträgen hatte ich den Nachweis geführt, daß Karl May alias Old Shatterhand, alias Kara ben Nemsi, Mennonit war. Beleg dafür waren zunächst vor allem die ethischen Grundsätze und das daraus abgeleitete „mennonitische” Verhalten: Eidesverweigerung, Pazifismus etc. Den letzten Beweis soll nun jedoch die Anagrammatik liefern. Annagrammatik hat wenig mit der schon jedem Grundschüler bekannten normalen Grammatik zu tun. Es handelt sich dabei vielmehr um eine Methode der fortgeschrittenen kreativen Literaturwissenschaft. Weniger wissenschaftlich ausgedrückt: Es läßt sich ziemlich vieles, wenn nicht alles, dadurch beweisen, daß man einfach die Buchstaben eines Wortes durcheinander schüttelt. Das entstandene neue Wort enthüllt bisher verborgene Beziehungen. Zurück zu Karl May. Er nennt seinen eigentlichen Helden „Winnetou”.

Was will der Dichter uns damit ureigentlich sagen? 8 Buchstaben, harmonisch verteilt: 4 Konsonanten (nntw), 4 Vokale (eiou). Außer „a”  sind alle Vokale der deutschen Sprache vorhanden. Einmal kräftig schütteln: WENONIT. Erstaunlich! Winnetou ist ein unechtes Annagram von Mennonit! Das war der Forschung bisher entgangen!

Ein „n”  zuwenig hat nur orthografische, jedoch keinerlei phonetische Bedeutung. Kleine Schönheitsfehler lassen sich beheben: Zum einen ist ein Vokal zu viel da, nämlich „u”. Das fällt nicht ins Gewicht, denn auch „Winnetou” hat’ streng genommen nur 3 Vokale „i”, „e”, „u”. Das „o” wird nicht gesprochen, dient im Schriftbild nur der Exotisierung des Namens. Zum anderen hätten wir lieber ein „m” statt ein „w”. Nichts leichter als das. May stellte diesen Buchstaben an den Anfang beider Worte, des Ausgangs- und des Endwortes. Damit will er andeuten: Es ist beidesmal gleichsam derselbe Buchstabe, dessen Phänotyp sich unterscheidet. Unterstrichen wird diese innere ldentität durch die äußere Form, wie ja Form und lnhalt bei aller wahren Kunst sich einander annähern. „W” in „Winnetou” wird durch einfaches Umdrehen, vom Kopf auf die Füße gestellt, zu „M”.  Und schon haben wir „Mennonit”. - Gerade die dichterische Freiheit, ein sogenanntes unechtes Anagramm mit soviel Bedeutung und kunstvoller Verschlüsselung zu befrachten, sollte uns und zukünftigen Germanistengenerationen zu denken geben. Der Forschung ist durch diese Entdeckung ein weites Feld eröffnet, von den sozialhistorischen lmplikationen ganz zu schweigen.

Mennonitengemeinde Heidelberg-Bammental, Nach Gemeindebrief 1/1993


Dennoch, so versprach ich im letzten Blogbeitrag, wollte ich in mehreren Folgen den Nachweis liefern: Karl May war Kara ben Nemsi, war Old Shatterhand, war Mennonit. Eigentlich ist mir dieser Nachweis durch ein Zitat ja schon trefflich gelungen: Old Shatterhand schwört nicht. Bei ihm „pflegt das Wort zu gelten, grad so wie ein Schwur“. Viel mehr als die Eidesverweigerung war bei vielen deutschen Mennoniten des 19. und 20. Jahrhunderts nicht vom Glauben der Vorfahren übrig. Nicht so bei Karl May – er bewahrt auch andere täuferische „Eigenarten“. Dazu diesmal ein Textauszug zum Thema Feindesliebe:

„Was suchst du da?“ fragte er verwundert. „Das ist mein Arb’a beschajir, das stets in der Satteltasche steckte. Heute, als ich die Stelle von der Liebe zu den Feinden gelesen hatte, tat ich es aber in die Brusttasche der Jacke. Warum ich das tat, weiß ich nicht, es fiel mir gerade so ein.“

„Aber ich weiß es. Dein Schutzengel war es, der dir diesen Gedanken eingegeben hat. Das Buch hat dir das Leben gerettet.“

„Wie? - Das Leben gerettet?“

„Ja, steh auf und betrachte es! Du brauchst nicht liegen zu bleiben, denn du bist nicht verwundet. Der Schmerz, den du auf der Brust fühlst, ist alles, was der Schuß dir hinterlassen hat.“

Das gab nun eine allgemeine Verwunderung, Dschafar Mirsa hatte das ihm von mir geschenkte kleine Evangelienbuch in Metall binden und ein silbernes Lesezeichen dazu anfertigen lassen. Das Buch hatte verkehrt, ich meine, mit der Anfangsseite[1] dem Körper zu in der Tasche des Basch Näsir gesteckt und war von dem Geschoß auf die rückwärtige Platte des Einbands getroffen worden. Da die Platte dünn war, hatte sie der Kugel nicht genug Widerstand geleistet, sie war hindurchgeschlagen und auch so weit durch die Blätter gegangen, bis das Lesezeichen sie aufgehalten hatte. Dort steckte sie noch jetzt, nicht breitgeschlagen, sondern ein wenig abgeplattet. Der Schuß hatte keine große Kraft gehabt. Es war, wie sich dann herausstellte, eine Pistole alter Bauart, und wahrscheinlich hatte auch das Pulver nicht viel getaugt. So war der durch das Buch verminderte Prall nicht stark genug gewesen, eine Rippe zu verletzen. Schmerzhaft freilich war die Quetschung, der Perser litt längere Zeit daran.

Das Buch ging von einer Hand in die andre, denn ieder wollte es genau betrachten. Als das geschehen war, ließ ich es mir wieder geben und schlug die Seite auf, bei der das Zeichen gesteckt hatte. Welch eine Fügung! Die Kugel war fast durch das ganze Buch gedrungen, denn das Lesezeichen hatte ziemlich weit vorn, nämlich in der Bergpredigt, im fünften Kapitel des Matthäus, gesteckt, wo durch den verbogenen Rand des Zeichens ein kleiner Einschnitt entstanden war, der die letzte im Buch sichtbare Wirkung des Schusses bildete. Und wo befand sich diese Stelle? Ich hielt sie dem Perser hin und bat:

„Lies !“

„Es ist das gleiche, was ich heute früh gelesen habe: ‚Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, die euch verfolgen und verleumden, auf daß ihr Kinder eures Vaters seid, der im Himmel ist, der seine Sonne aufgehen läßt über die Guten und Bösen und regnen läßt über Gerechte und Ungerechte!’ Hierher habe ich das Zeichen gelegt.“

„Und was siehst du hier, gerade neben diesen beiden Versen?“

„Ein kleines Loch, wahrscheinlich von dem verbogenen Zeichen.“

„Ja, aber für mich ist es mehr, und auch für dich muß es mehr sein.

„Was?“

„Du hast mir gesagt, dir sei heute früh der Gedanke gekommen, daß wir viel zu gütig gegen unsre Feinde gewesen seien, um dieser deiner Schwachheit Kraft zu verleihen, habest du hier diese Stelle aufgeschlagen und gelesen. Und hier steht der Befehl: ,Liebet eure Feinde!’ Vorhin erzähltest du, der Engel wünsche, daß dein ganzes noch folgendes Leben so sei wie der letzte, hier vergangene Tag. Und hat er nicht auch ausdrücklich gesagt, daß es die Liebe sei, die dich beschützt hat?“

,,Ja, das war eines seiner Abschiedsworte.”

„Nun, der Drang nach dem Gebot der Feindesliebe gab dir dieses Buch in die Hand. Aus Gehorsam für dieses Gebot schlugst du diese Stelle auf und legtest das Zeichen hinein. Genau bis hierher ist die Kugel gedrungent. Hier an dem Wort der Liebe hat sie ihre Macht verloren. Ist das ein Zufall?“

„Allah, Allah! Nein, gewiß nicht!“

„Ich denke das auch. Und ietzt fallen mir meine Worte ein, die ich dir über das Evangelium sagte, kurz, ehe du erschossen werden solltest. Kannst du dich besinnen?“

„Nein.“

„Ich versichere dir, daß Gott, der von dir die Liebe zu den Feinden forderte, auch die Macht habe, dich durch diese Liebe zu retten. Ich sagte, sein Evangelium sei ein starker Schutz und Schirm selbst in der größten Todesgefahr, und vielleicht stehe dir die Hilfe näher, als du denkest.“

„Ja, das ist sonderbar, Effendi.“

„Nicht nur sonderbar. Ich sprach vom Schutz des Evangeliums, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß dieses Buch in deiner Brusttasche steckte. Und dazu kommt noch mehr. Besinne dich nur! Als du davon sprachst, daß du mich im Jenseits um Verzeihung bitten werdest, sagte ich dir, daß ich dir schon verziehen habe, und fügte hinzu, daß Gottes Hand dich noch im letzten Augenblick retten und die Kugel lenken könne.“

„Ich besinne mich. Ja, so sagtest du.“

„Entweder müssen wir uns für Propheten halten“, fuhr ich fort, „oder wir sind der Überzeugung, daß wir unter einer alliebenden und allweisen Führung stehen, die für uns das Unheil in Heil, das Unglück in GIück verwandelt. Da wir uns aber nicht anmaßen, mit der Gabe der Weissagung ausgerüstet zu sein, so ist für uns nur die zweite Annahme möglich.

Karl May, Am Jenseits, Karl May Verlag Bamberg, 1951, S. 279 f .

Mennonitengemeinde Heidelberg-Bammental, Nach Gemeindebrief 2/1992


[1] Bei allen Büchem in arabischer Schrift, die von rechts nach links – also entgegengesetzt unsrer Weise – gelesen wird, befindet sich der Anfang an der Stelle, die bei uns das Ende enthält. Man liest demnach von hinten nach vorne!


Zum 100. Todestag

2012_13_04_01_01

Heute vor 100 Jahren, am 30.1.1912, starb Karl May in Radebeul bei Dresden. Einigen Sonntagsblättern, auch der Katholischen Nachrichtenagentur und idea ist das Datum einen Artikel wert, der fragt “Wie fromm war Karl May. Da wird Karl May um Sonntagsblatt, Ev. Wochenzeitung für Schwaben, als “Missionar des Christentums” apostrophiert. Es wird darüber räsoniert, dass der Protestant May zuweilen den Anschein erweckte, er sei katholisch, um bei katholischen Blättern seine Fortsetzungsromane besser unterzubringen.

Doch leider wird kaum darüber geschrieben, welchen Glauben May, respektive seine Charaktere, Kara ben Nemsi Effendi, Old Shatterhand, Hadschi Halef Omar ben Hadschi Abbul Abbas ibn Hadschi Dawud al Gossarah usw. denn vertraten und lebten. Es war ein Glaube, bei dem sich die Frage stellt, war May am Ende Mennonit? In einer kleinen Reihe im Gemeindebrief der Mennonitengemeinde Bammental hatte ich1992 zum 150. Geburtsjahr Mays schon mal ähnliche Fragen gestellt. Ich bringe die 3 Beiträge leicht angepasst noch einmal.

Am 23. 2. 1842, abends 10 Uhr, wurde Karl May in Ernstthal, Sachsen, geboren. (May? Das ist aber kein „mennonitischer Name”.) Ausführliches und vertieftes Studium seiner Werke lassen mich die Hypothese wagen: Karl May war doch Kara ben Nemsi und Old Shatterhand. Ja mehr noch, Old Shatterhand war Mennonit. Als Beleg mag einstweilen ein Zitat aus „Winnetou I” genügen. Ich werde diesen, die May-Forschung völlig revolutionierenden Ansatz weiter belegen.

Aus einem Streitgespräch zwischen Sam Hawkins und dem Greenhorn Old Shatterhand:

„Warum aber tut Ihr mir da nicht meinen Willen? Warum verweigert Ihr mir die Eide und laßt Euch lieber erschlagen?”

„Pshaw! Sam Hawkens erschlägt mich nicht! das weiß ich genau.”

„Das wißt Ihr? So, so, das wißt Ihr also! Und leider ist es auch wahr. Ich würde mich lieber selbst erschlagen, als Euch ein einziges Härlein krümmen.”

„Und Eide schwöre ich nicht. Bei mir pflegt das Wort zu gelten, grad so wie ein Schwur.”

Karl May, Winnetou I. Historisch-kritische Ausgabe, Hg. Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger, Haffmans Taschenbuch, Zürich 1989, S. 140.

Mennonitengemeinde Heidelberg-Bammental, Nach: Gemeindebrief 1/1992


Vor und während unserer Zeit in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten bekundeten einige Bekannte und Verwandte uns ihre Sorge, wir könnten Schaden nehmen. Sei es allgemein wegen des Risikos einer Nahostreise oder wegen der Drohungen des israelischen Minsterpräsidenten Netanjahu gegen den Iran wegen dessen angeblich angestrebter atomarer Rüstung. - Ich fühlte mich nie gefährdet oder bedroht. Mit Ausnahme der Situationen, wo wir auf israelische Soldaten mit locker umgehängtem MG trafen. Noch mulmiger wurde mir jeweils, wenn sich an Checkpoints noch zivil gekleidete Jungs im Kapuzenpuli dazu gesellten, die das MG noch lockerer zu tragen schienen. Mein subjektives Sicherheitsempfinden wurde jedenfalls dadurch nicht erhöht.

Von der gezielten Liquidation zweier Palästinenser durch israelische Luftschläge im Gazastreifen und den daran sich anschließenden Schlagabtausch erfuhren wir mit drei Tagen Verspätung, als sich alles schon wieder beruhigt hatte.

Manche begehen die Passionszeit mit Facebookfasten. Das ist mir als Nicht-Facebooker verwehrt. Doch ein Artikel in der heutigen Süddeutschen Zeitung lässt mich fast meine Facebook-Zurückhaltung vergessen. Ein israelisches Ehepaar schickt über Facebook Botschaften des Friedens an Menschen im Iran. “Iraner, wir werden niemals euer Land bombardieren. Wir lieben euch!” So erweist sich Facebook als wahrhaft soziales Medium.Viele Iraner antworten und an den Regierungen vorbei entsteht ein reger Friedensdialog. Ach, ließe der sich doch in praktische Politik umsetzen! Wer Facebook hat befreunde sich mit Ronny Edri und Michal Tamir und ihren iranischen Freunden! Das lässt die Fastenzeit als Ausnahme gelten.


Seit Mitte März wieder zurück nach 3 Wochen Nahost. Ganz gegen meine Absicht nur einen Blogbeitrag während der Reise geschrieben. Zu bald hat mich die Reise verschluckt. Wechselnde Orte und Kontakte in Jordanien, Israel und Palästina brauchten anscheinend alle Energie. Ob es gelingt, nachträglich einiges noch zu berichten und zu bebildern?


Seit einer Woche nun in Jordanien, haben wir schon einiges unternommen. Wir haben die Wüstenschlösser von Amman aus Richtung Irak gesehen. Waren auf dem Berg Nebo, von wo aus Mose einen Blick ins gelobte Land tun durfte. Als wir hinüber blickten, war alles diesig und wenig zu sehen. In Amman sahen wir die Zitadelle, den Suk, Moscheen und Kirchen. Schawarma, Falafel & Co lassen keinen Hunger aufkommen.

Doch der Besuch in Madaba hat alle Erwartungen übertroffen. In der erst 1896 gebauten orthodoxen St. Georgskirche fand sich bei den Bauarbeiten ein Mosaik, das eine Landkarte ganz Palästinas darstellt. Griechisch beschriftet, leider nur teilweise erhalten, sind doch viele Städte deutlich zu erkennen, in der Mitte Jerusalem und Bethlehem.

madaba

Fast meint man, neben Betlehem rechts oben auch das “Zelt der Völker” zu erkennen.

Die Ruinenstadt Madaba soll, wenn ich recht verstanden habe, überhaupt erst wieder Ende des 19. Jahrhunderts besiedelt worden sein. Den Anstoß dazu gaben die Ausgrabungen gelehrter katholischer Priester, auf deren Spuren christliche Beduinenstämme sich ansiedelten.  Sie führte auch zur Gründung der Pfarrei St. Johannes, die sich zunächst in unterirdischen Räumen der alten Festung versammelte. Hier soll der Überlieferung nach Johannes der Täufer gefangen gehalten und enthauptet worden sein.

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Später wurde eine große Kirche gebaut, deren Gemälde das Zeugnis und Martyrium von Johannes aus ungewöhnlicher Perspektive darstellen.

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Das Magnificat. Lukas 1, 39ff. Maria und Elisabeth begegnen sich. Als alte Frau durch ein Wunder Gottes noch schwanger geworden, umarmt Elisabeth die junge Verwandte, die nicht weniger wunderbar guter Hoffnung ist. Das Kind hüpfte in ihrem Leib, heißt es im Evangelium. Der Maler veranschaulicht die enge Gemeinschaft des Messias und seines Wegbereiters als ein Geschehen, das zugleich im Himmel stattfindet. Umgeben von einem Engelchor umarmen sich dort die beiden Babys. Wirklich goldig!

Unter der Kirche finden sich Räume und Gänge, ein jahrtausende alter Brunnen, Mosaike und Nachbildungen von Mosaiken. In einer kleinen unterirdischen Kapelle wird  Johannes des Täufers gedacht. Ein freundlicher und uns überaus zugewandter Mann erklärt alles liebevoll, nimmt sich Zeit auf Fragen zu antworten und lädt ein, auch auf den Kirchturm zu steigen. Von dort öffnet sich ein weiter Ausblick auf Stadt und Land, direkt unten die katholische Schule.

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Die jüngere Vergangenheit, die Entstehung der Gemeinde, die verschiedenen Priester und Priesterarchäologen werden vorgestellt. Alte Fotografien zeigen Kinder, Männer und Frauen der frühen Jahre.

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Die Kinder der Kirchgemeinde: "... sie sind halb Nomade und halb sesshaft, aber der Einfluss und dessen Auswirkung auf die Lebensweise der ganzen Gemeinde ist sehr groß." Antonin Jaussen, Arabische Traditionen in dem Land von Moab

St. Johannes steht bisher anscheinend in keinem Reiseführer. Und doch war es das wohl eindrücklichste Erlebnis in Madaba. Auch weil die Ausstellung so gut, so sachkundig, so liebevoll gemacht ist.

Ach, und eine Verbindung zum Schnee in Augsburg aus dem vorigen Artikel gibt es auch. Nach einigen sonnigen Tagen, zeigt Amman sich heute winterlich. Wenn ich aus dem Bogenfenster im oberen Stock des Internetcafés Kangaroo schaue, sehe ich die Schneeflocken vom Himmel fallen. In Deutschland sollen frühlingshafte Temperaturen sein.


Nach einem wunderbaren, wenn auch kälte- und krankheitsbedingt nicht ganz so gut besuchten Gottesdienst samt fundierter menschenfreundlicher Predigt und lieben Gästen zum Mittagessen zieht es mich zwischen 4 und 5 nachmittags raus zur Eisfläche am Roten Tor. Ich hab die Schlittschuhe dabei und einen Schneeschieber. Vor allem Kinder laufen Eis, die kleineren haben ihre Eltern mitgebracht. Ein Vater hat einen Besen dabei und so schaufeln, schieben und kehren wir gemeinsam den Schnee von der Eisfläche.

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Sobald wir Besen oder Schneeschieber zu Seite legen, schnappt ihn irgendein Erwachsener oder Kind und macht weiter. Es ist eine unglaublich gute Stimmung. Schließlich ziehe auch ich meine Schlittschuhe an und merke gleich, sie gehören mal eingefettet. Ich ziehe meine Runden über die freien Flächen, hier und da sind  es nur Pfade aus Eis durch die noch vorhandene Schneewüste.

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Ich spüre schon bald meine Unterschenkel und vor allem die speziellen Eislaufmuskeln, die sich lange nicht regen durften. - Ein Dank an die lieben Menschen von “Mein Augsburg”, die dafür sorgen, dass der Frost solchen Spaß macht! Umsonst und draußen und mitten in der Stadt!

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14 Uhr, Willy-Brandt-Platz, vor der City-Gallerie, gehts los mit der Demo gegen ACTA. Links die orangenen Piratenfahnen, rechts die Grünen Fahnen, eine von der Linken und von den Jusos ist auch dabei. Ich hab ja immer noch Skrupel, mit Piraten zu demonstrieren, wo doch unsere tapfere Bundesmarine am Horn von Afrika gegen die kämpft. Ich bin mehr als Beobachter dabei. Es sprechen ein Pirat und die Obergrüne aus Augsburg, Claudia Roth. Es ist echt kalt, aber die Stimmung ist gut. “Alle die mitdemonstrieren trinken keinen Alkohol.” Die Ermahnung durchs Megaphon fruchtet nicht, immer bei Stops der Demo bleiben Bierflaschen liegen.

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Eine interaktive Demo! “Alle, die gegen ACTA sind, hüpfen jetzt!” Guter Rat aus dem Megaphon bei 10 Grad minus. “ACTA ad acta!” Was ist denn das ACTA und was wollt ihr denn? fragen ratlose Passanten und erhalten geduldige Auskunft von Demonstranten, die bei ihnen stehen bleiben.

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Wie gesagt, ich bin gegen Piraterie und meine auch, dass Filme und Musik bezahlt gehören, schließlich kosten Studios etc. auch ne Menge Geld. Aber einige Argumente gegen ACTA leuchten auch mir ein. Und die Demo ist gut! Es gibt, anders als bei vielen anderen Latschdemos hier und da Nester mit Sprechchören, am ausdauerndsten “ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße ACTA Scheiße …”

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Die Demo kommt den Milchberg rauf und macht Halt vor St. Ulrich & Afra, also vor meiner Haustür, ich hätte sie wohl auch gehört und gesehen, wenn ich nicht mitgegangen wäre. Vorbildlich die plakative Art des Fronttransparents, das dennoch zugleich Details mitteilt. Sage noch einer, Wahlplakate könnten nicht in formativ sein.

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Etwas skeptisch stimmt mich immer noch, dass das Portrait des Terroristen Guy Fawkes als Maske omnipräsent ist. Polizisten monieren maskierte Demonstranten wg. Vermummungsverbot. Ganz lieb gehen die drauf ein und drehen die Maske auf den Hinterkopf.

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Achtlos gingen die Demonstranten am großen Brecht-Festival-Würfel auf dem Rathausplatz vorbei. Dabei hat der liebe Bert doch schon als Konfirmand in Augsburg (fast) alles vorgedacht.

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Nach der Demo wollen man und frau und es sind ja auch viele Kinder dabei, 10 oder 12 jährige Internetfreaks, sich in der City Galerie aufwärmen. Sie machen aus dem Einkaufszentrum, aus der “Mall” einen öffentlichen Raum. ACTA? Was ist denn das? Sie stehen mit ihren Schildern rum und Fragenden Rede und Antwort.

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Nach und nach verlieren sich die 2000 unter den Einkaufenden und werden selbst zu dem, was sie vor der Demo waren und auch im Internet sind: Konsumenten.


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