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Markus 16,15

Schöpfungsandacht – Kirche in der Wildnis – Wild Church

So 29.5.22, 17 Uhr, Augsburg, Wittelsbacher Park

In der Nähe des Rudolf-Diesel-Gedächtnis-Hain (Japanischer Garten) am Südende des Wittelsbacher Parks bei der Erhard-Wunderlich-Sporthalle, Straßenbahn Linie 1, Haltestelle Kongreß am Park oder Polizeipräsidium

Kirche in der Wildnis – Wild Church ist eine experimentelle Liturgie. Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe des Schöpfers zu dieser Welt zu verwurzeln. Gottesdienst nicht in, sondern mit der Schöpfung. Inmitten der Herausforderungen, wollen wir eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und unser Handeln motiviert. Der Same der Wild Church Bewegung kam über Nordamerika zu uns. Am letzten Sonntag im Monat versammeln wir uns bei jedem Wetter im Freien.

Infos in englischer Sprache: wildchurchnetwork.com

Weitere Termine: So 26.6.22, 31.7.22, 28.8.22, 17 Uhr

Kirche in der Wildnis – Wild Church, c/o Mennonitengemeinde Augsburg, Wolfgang Krauß
0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de, mennonitengemeinde.de

Einladungszettel als pdf: 22-05-29SchöpfungsandachtGuteNachrichtSchöpfung

 


Im Mai und Juni 2022 wird der Augsburger Rathausplatz von einem seltsamen Gebilde dominiert. Eine riesige Holzkonstruktion, begehbar, ein riesiger Bildschirm davor. Die Fuggerei feiert 2022 weiter ihr schon 2021 bejubeltes Jubeläum. 500 Jahre Fuggerei. In EWIGKEIT Amen.

EWIGKEIT. Das wird in den Ausstellungsräumen des Gebildes, es soll den Fuggereihäusern nachempfunden sein, zum meistgebrauchten Wort. ZUKUNFT steht ihm kaum nach. FUGGER next 500 From 1521 to Future.

ALLE WELT. Die Fuggerei soll in  alle Welt exportiert werden. Der große Wohltäter Jakob Fugger wird gefeiert. „Für eine minimale spirituelle und monetäre Gegenleistung ermächtigt die Stiftung Bedürftige in der Region ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu führen. Das Konzept der Fuggerei setzt Maßstäbe seit 1521.“ So heißt es am Eingang unter der Überschrift „DER FUGGEREI-CODE“.

Kein kritisches Wort zur Hybris ein menschliches Werk mit Ewigkeitscharakter auszustatten. Blasphemie? Gotteslästerung? Nein, wer kommt auf solche Gedanken. Da ist die Prädikatur vor, eine ebenfalls auf EWIG eingerichtete Predigerstelle an St. Moritz. Und der Dritte im Bunde ist die Grablege der Fugger, die Fuggerkapelle in der Annakirche. Die ist zwar schon bald 500 Jahre lutherisch. Aber egal. Die minimale spirituelle Gegenleistung besteht in drei Gebeten am Tag. Alle, die in der Fuggerei wohnen, sollen sie täglich als geistliche Miete sprechen: Vater Unser, Ave Maria und Glaubensbekenntnis. Damit Jakob Fugger schneller aus dem Fegefeuer kommt. Er ist also immer noch dort!? Denn immer noch wird für ihn gebetet von Auf ewig muss für ihn gebetet werden? Derzeit von 150 Leuten, die da wohnen. Früher waren es mehr als 300. Und das soll EWIG so gehen!? Jakob Fugger, damals der reichste Mann der Welt, umgerechnet heute noch! Reicher als Elon Musk, Bill Gates etc., Jakob Fugger kommt nur durch die permanenten Gebete armer Schlucker irgendwann in der Ewigkeit aus dem reinigenden Feuer?

Was hat er verbrochen? Ist es, weil er den Kapitalismus miterfunden hat? Gar den fossil betriebenen Kapitalismus mit seinen Bergwerken in Tirol und anderswo? Trägt er Mitschuld an der Klimakrise? Oder hat es damit zu tun, dass die unschuldig verarmten Katholiken, die er vor 500 Jahren in die Fuggerei aufnahm, erst durch Fuggers Geschäftspolitik arm geworden waren? Wie auch immer. Der „Fuggerpavillion“ beherrscht noch bis 12.6.22 den Rathausplatz. Das ist publikumswirksam gemacht. Jede Menge Veranstaltungen laufen in seinem Bauch. Touristen und Einheimische strömen neugierig ins Innere. DIE Augsburger Legende soll auf EWIG fortgeschrieben werden. Gut angelegte Investition! So kauft man eine Stadt. Seit 500 Jahren. Für die EWIGkeit.

Wen es interessiert, wie die Fugger sich selber loben, der kann unter www.fuggerei-next500.de nachschauen. Wer sich ein kritisches Bild machen will, lese den aufschlussreichen Artikel „Die Augsburger Fuggerei und ihre Legenden“ in DIE AUGSBURGER ZEITUNG (DAZ).

 

 

 

 

 

 

 


Rede beim Ostermarsch 2022

Augsburg, Karsamstag 16.4.2022. Sieben Wochen dauert der Angriff Russlands gegen die Ukraine schon. Beim Ostermarsch gibt es eine Vielzahl kurzer Reden aus verschiedenen Perspektiven zu dieser Agression.

Meine Rede ist zu hören auf https://youtu.be/skP9vx9yu3o

Sie hatte folgenden Wortlaut: Keine Zeit für Ausreden – Warum ziviler Widerstand wirkt

„Jetzt ist keine Zeit für Ausreden, jetzt ist die Zeit für Kreativität und Pragmatismus“, sagte Annalena Baerbock als sie Anfang der Woche dafür plädierte, schwere Waffen in die Ukraine zu liefern. – Kreativität für Waffenlieferungen? Der uralte Vorrang militärischen Denkens. Übliche Reaktion seit Jahrtausenden. Solches Denken hat uns in die atomare Abschreckung geführt, die Drohung gegenseitiger nuklearer Vernichtung als Sicherheitskonzept. Sehr kreativ und pragmatisch! … Weiterlesen: 22-04-16KeineZeitFürAusredenOstermarschredeFin

 

 

 

 

 

 

 

 

Ostermarschkundgebung, Karsamstag 16.4.2022, Moritzplatz Augsburg

 

 


mir

wladimir + wolodimir = friedefürst + friedefürst = krieg

28.2.2022


für die Völker der Ukraine und Russlands im gemeinsamen Haus Europa

Stellungnahme der Sprecher des Runden Tisches der Religionen Augsburg

Es ist Krieg in Europa. Wir beklagen den militärischen Einmarsch in ein unabhängiges Land, Bomben  und Raketen auf militärische und zivile Ziele. Der Angriffsbefehl Wladimir Putins ist durch nichts zu rechtfertigen, welche berechtigten Anliegen Russland gegenüber der Ukraine auch gehabt haben mag. Wir sehen uns verbunden mit den Menschen in der Ukraine und allen mutigen Menschen, die sich in Russland gegen den Krieg stellen.

„Krieg soll nach Gottes willen nicht sein“, formulierte der Ökumenische Rat der Kirchen bei seiner Gründung 1948 in Amsterdam. Der Primas der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat), Metropolit von Kiew und der ganzen Ukraine, Onuphry wandte sich in einer ersten Reaktion gegen den russischen Angriff und nannte jeden Krieg eine Sünde. Auch die anderen Kirchen der Ukraine verurteilten die Angriffe. Die jüdischen Gemeinden sind in großer Sorge, ebenso die muslimische Gemeinschaft der Krimtataren.

Als Menschen des Glaubens beten wir, dass die Waffen schweigen. Wir beten für die durch Kriegshandlungen bedrohten Menschen, für Menschen, die Zuflucht in anderen Regionen und Ländern suchen. Wir beten für die politisch Verantwortlichen in der russischen Regierung, dass sie die Angriffe stoppen. Wir beten für die ukrainische Regierung und für die Regierungen der NATO-Staaten. Das Feuer des Krieges muss gelöscht werden. Wir bitten die deutsche Regierung und Zivilgesellschaft, die Aufnahme von Flüchtlingen vorzubereiten und humanitäre Hilfe einzuleiten.

1959 schenkte die Sowjetunion den Vereinten Nationen die Skulptur eines Künstlers aus der Ukraine. Sie zeigt einen kräftigen Mann, der das biblische Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ in die Tat umsetzt. Seitdem steht dieser Wegweiser zum Frieden im Garten der UNO in New York. Er lädt ein in eine Zukunft, in der die Völker der Ukraine und Russlands in Frieden, wahrer Freundschaft und Selbstbestimmung versöhnt miteinander leben. Eine Zukunft des Friedens und der Gerechtigkeit im gemeinsamen Haus Europa. Dazu wollen wir mit unseren Kräften und Möglichkeiten beitragen.

Augsburg, 26.2.2022

Hogen Harter, Bodhidharma Zendo Augsburg      Wolfgang Krauß, Mennonitengemeinde

Sprecher des Runden Tisches der Religionen Augsburg

Foto: Neptuul, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Verblüffende Parallelisierung von Eid- und Gewaltverweigerung

 

„Schön, dass Hans Denck in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen zu Wort gekommen ist! (gerade entdeckt! — ich habe die Zeitung nur aus einer Laune heraus gekauft, blättere sie gerade durch).“ So schrieb mir ein Freund am 2. Weihnachtsfeiertag. – Ja, schrieb ich ihm zurück: „Dein Email erinnert mich, den Brief in Gänze auf meinen Blog zu stellen.“ Was ich hiermit tue. Die SZ hat nur ein kleines Fragment meines Leserbriefes abgedruckt: Unten in kursiver Schrift. Leider hat sie Dencks verblüffende Parallelisierung von Eid- und Gewaltverweigerung rausgekürzt.
Der Artikel selbst ist leider nicht frei zugänglich. Wer einen SZ-online-Zugang hat, wird hier fündig: https://www.sueddeutsche.de/kultur/amtseid-ampel-kabinett-so-wahr-mir-gott-helfe-1.5485137?reduced=true

Leserbrief zu „Ach, Gottchen – Die Hälfte des neuen Kabinetts will keine Hilfe von ganz oben. Ein Skandal?“ Von Kurt Kister, SZ 11.12.21, S. 17

Mal wieder dieselbe „Debatte“, wer von der neuen Regierung mit oder ohne religiöse Formel den Amtseid geschworen hat. Auch Kurt Kister erwähnt, dass Gerhard Schröder als bisher einziger Kanzler auf das „So wahr mir Gott helfe“ verzichtete. Nun also auch Scholz, samt zwei weiteren Sozis und alle grünen Minister. Ganz entspannt könne man das sehen, beides sei „irgendwie okay“ und angesichts fortschreitender Säkularisierung würden sich „spätestens bei der übernächsten Kabinettsvereidigung … nicht mehr viele Menschen Gedanken darüber machen“.

Zu Beginn seines launigen Artikels zitiert Kister das Eidverbot Jesu in der Bergpredigt. Er konstruiert daraus einen Widerspruch zwischen Jesus, dem Sohn, und Gott Vater, der doch dem Abraham Segen und viele Nachkommen zugeschworen habe. Dabei geht Jesus schon darauf ein, dass es früher anders geheißen habe: „Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19,12; 4. Mose 30,3): Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deine Eide halten. – Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.“ Matthäus 5, 33 ff.

Das Eidverbot kann nicht ganz nebensächlich sein, wird es doch an anderer Stelle des Neuen Testaments bekräftigt (Jakobus 5, 12). Es geht Jesus und Jakobus nicht um eine religiöse Formel, sondern um den Eid schlechthin. Das gerät Kister im weiteren etwas aus dem Blick. Wir sollen immer wahrhaftig reden, dafür reicht Ja und Nein. Wir können unsere Handlungen in der Zukunft nicht garantieren, also sie auch nicht per Eid bekräftigen, schon gar nicht indem wir Gott zum Zeugen oder Helfer herbeirufen. Wir sollen Gott nicht für unsere Zwecke benutzen.

Es hat immer wieder Christen gegeben, die das ernstgenommen haben und sich durch Verweigerung verschiedener Formen des Eides erhebliche Nachteile einhandelten, etwa die Täufer auf dem „linken“ Flügel der Reformation des 16. Jahrhunderts. Damals mussten in den Schweizer Eidgenossenschaften oder auch in freien Reichsstädten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation einmal im Jahr alle Bürger antreten und einen Loyalitätseid leisten. Wer den verweigerte, musste mit Stadtverweis, Haft oder gar Hinrichtung rechnen. Der Täufer Hans Denck schrieb dazu 1527: „Gelübde und Eid zu halten steht in keines Menschen Hand, sondern was ein Freund Gottes für recht erkennt, soll er ohne Gelübde und ohne Versprechen tun … Manche aber sagen: Es schwöret doch Gott selbst und dies ist nicht Unrecht, darum dürfen wir es auch tun … Darauf lautet die Antwort: Wenn wir gewiss sein können, dass wir es zu halten vermögen, wie er, so mögen auch wir schwören wie er. Also steht es auch mit dem Totschlagen und Herrschen, wenn wir es frei von Rache und Eigennutz tun könnten wie Gott …“ Der letzte Satz deutet auf die in der Bergpredigt ebenfalls gebotene Gewaltfreiheit und Feindesliebe und die Beziehung zwischen Loyalitätsverweigerung und Gewaltverzicht.

Nach dem Grundgesetz sind übrigens weder Kanzler noch Ministerinnen zum Eid verpflichtet. Das GG enthält dazu KEINEN Artikel. Es schweigt dazu, wie schon die Weimarer Verfassung. Kanzler und Minister bedürfen NUR der Ernennung durch den Bundespräsidenten (GG Art 63 & 64) und KEINES Amtseides.

Seltsam, dass die religiöse Formel oft als Hinweis auf den Glauben der schwörenden gesehen wird.  Dabei achtet derjenige, der sie gebraucht, doch am allerwenigsten auf Lehre und Vorbild Jesu.

Olaf Scholz verzichtete schon beim Ministereid 2018 auf die religiöse Formel und kam so dem Neuen Testament zumindest auf halbem Weg entgegen. So gesehen, zeugt die uniforme Verwendung der religiösen Formel durch sämtliche FDP-Minister ironischerweise von der traditionellen Glaubensferne dieser Partei.

Wolfgang Krauß, Augsburg


Wild Church – Kirche in der Wildnis

Das Seufzen der Schöpfung

So 31.10.21, 17 Uhr, Augsburg, Zukunftsdenkmal, Eisstadion

Das Seufzen der Schöpfung. Paulus schreibt davon im 1. Jahrhundert im Brief an die Gemeinde in Rom. Fast scheint es, er reflektiere die ökologische Krise des 21. Jahrhunderts: Es geht um Sklaverei und Verlorenheit,  Bedrohung und Vergehen der Schöpfung, aber auch Hoffnung auf ihre Befreiung und die Geburtswehen einer neuen Schöpfung.

 

Kirche in der Wildnis – Wild Church ist eine experimentelle Liturgie. Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe des Schöpfers zu dieser Welt zu verwurzeln.

Wir feiern Gottesdienst nicht in, sondern mit der Schöpfung. Wir loben den Schöpfer. Wir klagen ihm die Zerstörung durch uns Menschen. Inmitten der Herausforderungen, wollen wir eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und unser Handeln motiviert.

Der Same der Wild Church Bewegung kam über Nordamerika zu uns. Er soll auch in unserer Bioregion wachsen. Einmal im Monat versammeln wir uns bei jedem Wetter im Freien. Angestrebt wird ein offener ökumenischer Trägerkreis.

Unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln

Infos in englischer Sprache: wildchurchnetwork.com

Termine: So 28.11.21, 16 Uhr. Zukunftsdenkmal Grünanlage beim Eisstadion. So 12.12.21, 16 Uhr, Zukunftsdenkmal Grünanlage beim Eisstadion.

Kirche in der Wildnis – Wild Church, c/o Mennonitengemeinde Augsburg, Wolfgang Krauß

0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de, mennonitengemeinde.de, wolfgangsnotizen.de

pdf: 21-10-31EinladungSeufzenSchöpfung                   

 


Schöpfungsandacht, So 26.9.2021, 17 Uhr

Park am Roten Tor, Nähe Viadukt

Kirche in der Wildnis – Wild Church ist eine experimentelle Liturgie. Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe des Schöpfers zu dieser Welt zu verwurzeln.

Wir feiern Gottesdienst nicht in, sondern mit der Schöpfung. Wir loben den Schöpfer für seine gute Schöpfung. Wir klagen ihm die Zerstörung durch uns Menschen. Inmitten der Herausforderungen, wollen wir eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und unser Handeln motiviert.

Der Same der Wild Church Bewegung kam über Nordamerika zu uns. Wir hoffen, dass er auch in unserer Bioregion wächst und blüht.

Am 25.7.21 feierten wir im Friedensfestprogramm zum ersten Mal als „Kirche in der Wildnis“. In Zukunft wollen wir uns einmal im Monat bei jedem Wetter im Freien versammeln. Angestrebt wird ein offener ökumenischer Trägerkreis.

 

Unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln
Infos in englischer Sprache: wildchurchnetwork.com

Termine:
So 31.10.21, 16 Uhr, Zukunftsdenkmal Grünanlage beim Eisstadion
So 28.11.21, 16 Uhr. Ort noch offen.
So 12.12.21, 16 Uhr, Ort noch offen.

Kirche in der Wildnis – Wild Church,
c/o Mennonitengemeinde Augsburg, Wolfgang Krauß
0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de,
mennonitengemeinde.de


Thema „Fürsorge“

Am 21.7.21 eröffnete Oberbürgermeisterin Eva Weber das Kulturprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest 2021. Bis 8.8.2021 wird das Thema „Fürsorge“ in vielfältigen Veranstaltungen durchdekliniert. Beim Eröffnungsabend zeigten Pflegerinnen und Pfleger verschiedener Pflegeberufe in welch grundsätzlicher Misere sie stecken und wie diese verschärft wird durch die andauernde Coronakrise. Es war nicht „schön“ anzuhören und anzusehen. In ihrem „Careslam – Der Fürsorge eine Stimme geben“ schilderten sie Alltagssituationen und grundsätzliche Herausforderungen. Etwa auch durch rassistische Haltungen und Verhalten gegenüber nicht-weißen Pflegekräften in der Altenpflege. Die authetischen Stimmen des Slam haben mich und andere „mitgenommen“ – im doppelten Sinn. Der Pflegeslam steht in der Tradition des „Theaters der Unterdrückten“ von Augusto Boal. Umrahmt wurde er durch die allerdings sehr schöne Musik der kurdischen Musiker Adir Jan (Tembur) und Emrah Gökmen (Gitarre) aus Berlin. Sie spielten Lieder von Adir Jan. Auch der Careslam kommt aus Berlin und wurde von den Berliner Initiatorinnen nach Augsburg gebracht.

Es ist das zweite Friedensfestprogramm unter Pandemiebedingungen. Die große Friedenstafel auf dem Rathausplatz wird es am 8. August nicht geben. Auch manch andere Großveranstaltung geht nicht oder ist auf Coronagröße geschrumpft. Auch der große ökumenische Gottesdienst in St. Anna wird mit Abstand wieder weniger stark besucht werden können.

Als Mennonitengemeinde und Die andere Reformation in Augsburg haben wir wieder einige Veranstaltungen eingebracht. Siehe unten und hier Friedensfest2021Fürsorge

Alle Veranstaltungen im Rahmen der dann geltende Corona-Regeln
Anmeldung jeweils: 0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de

Infos zum Friedensfest: friedensstadt-augsburg.de

Das ganze Programm im gedruckten Programmheft oder dessen online-Version

Fürsorge & Herrschaft
Auf den Spuren einer Kirche der Armen
Samstag 24.7.21 und 31.7.21,10 Uhr, Treffpunkt Rathaus Haupteingang, 10 €
Stadtführung mit Wolfgang Krauß, Die andere Reformation

Augsburg im Mittelalter, weltliche und kirchliche Macht verbündet. Bischof und Stadt sorgen für alle. Wohltätige Stiftungen investieren in Fürsorge und Seelenheil. Die Reformation bringt keine neue Ordnung, sondern paritätische Verdopplung.

Wir folgen den Spuren sozial und religiös dissidentischer Gruppen, wie der Bewegung um den Prediger Schilling 1524 und der „Gartengeschwister“ ab 1526. Kritik an ungerechter Wirtschaft verbindet sich mit selbstorganisierter Armenkasse. Eine Kirche der Armen. Der Stadtrat reagiert mit „fürsorglicher“ Kriminalisierung und Verfolgung.

 

Seht die Vögel unter dem Himmel!
Wild Church – Kirche in der Wildnis
So 25.7.2021, 17 Uhr, Park am Roten Tor, Nähe Viadukt

Seht die Vögel unter dem Himmel! Matthäus 6, 26. Jesus gebrauchte viele Bilder und Gleichnisse aus der Schöpfung. Kirche in der Wildnis ist eine experimentelle Liturgie. Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe Gottes zu dieser Welt zu verwurzeln.

Wir feiern Gottesdienst nicht in, sondern mit der Schöpfung. Wir loben den Schöpfer für seine gute Schöpfung. Wir klagen ihm die Zerstörung durch uns Menschen. Inmitten der Herausforderungen, wollen wir eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und unser Handeln motiviert.

Der Same der Wild Church Bewegung kam über Nordamerika zu uns. Wir hoffen, dass er auch in unserer Bioregion wächst und blüht. In Zukunft wollen wir einmal im Monat uns bei jedem Wetter im Freien versammeln.

Mennonitengemeinde Augsburg, mennonitengemeinde.de, wildchurchnetwork.com

 

Seid barmherzig …
8. Augsburger Predigtslam
Mittwoch 4.8.21, 19 Uhr, Café Tür an Tür, Wertachstr. 29
Biblia Viva Augustana Eintritt frei, Spende erwünscht
Moderation: Wolfgang Krauß, Juryvorsitz: Alois Knoller

Der barmherzige Samariter, Lukas 10, 25-37

Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! Lukas 6,36. Ein Wort Jesu, nachdem er eingeladen hat, selbst Feinde zu lieben. Wer das tue, werde zu einem Kind Gottes, der seine Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten. Gottes barmherzige Zuwendung wurzelt im Bund mit seinem Volk Israel. Und alle Völker sind eingeladen.

Genug Stoff für einen Predigtslam. Jede Predigt sieben Minuten.Es predigen Frauen, Männer, Junge, Alte, mehr oder weniger Bibelfeste … nur theologische Profis ausnahmsweise nicht. Bekannte und Unbekannte aus Augsburg sind angefragt. Wer mitmachen will, darf sich zum Mitslammen melden.


… über „Bereitschaft zum Leiden“

So 21.3.21, 18 Uhr (Zoom offen ab 17.45)

21-03-21Olaf&Wolfgang

Unsere Gesprächsreihe geht weiter. Ursprünglich entstanden war sie 2020 als Antwort auf die pandemiebedingte Pause unserer monatlichen stillen Andacht nach Quäkerart in Augsburg.Wir können uns nicht mehr im Wohnzimmer versammeln. Nun treffen wir uns zum Gespräch über „mennonitische“ und „quäkerische“ Themen im digitalen Wohnzimmer.  So funktioniert unser online-Treff: Olaf & Wolfgang machen zunächst eine Einleitung aus Quäker- & Mennosicht. Dann dürfen und sollen alle mitreden.

Die Sonne steht höher, unser bisheriger Beginn um 17 Uhr ist inzwischen noch Spaziergangszeit, darum beginnen wir erst um 18 Uhr. Seid dabei am So 21.3.21, 18Uhr.

Es grüßen Olaf & Wolfgang

Zoom-Gespräch zum Thema „Bereitschaft zum Leiden?!“

Wir sind in der Passionszeit. Doch ist nicht immer Leidenszeit? Zumindest wenn wir das Wort Jesu ernstnehmen „Wer mir nachfolgen will, … der nehme sein Kreuz auf sich“ Mt 16, 24. Für die frühen Täufer im 16. Jahrhundert war das Teil ihrer Glaubenserfahrung. Mehrere Tausend Geschwister wurden um ihres Glaubens willen hingerich-tet. Viele erlebten Gefangenschaft, Körperstrafen, Ausweisung … In Märtyrerliedern, dem Märtyrerspiegel und anderen Geschichtsbüchern wurden die Geschichten vom Leiden der täuferischen Väter und Mütter erzählt und in Beziehung zum Leiden Jesu gebracht.

Auch die frühen Quäker im England des 17. Jahrhundert wurden verfolgt. Ihr Verzicht auf gewaltsamenWiderstand war für sie integraler Teil der Nachfolge Jesu.  Das damit verbundene Leiden sahen sie als heils-notwendig. Es war aber kein stilles Erdulden und Rückzug ins Private, sondern öffentliches Leiden. England und Teile Europas wurden regelrecht mit Flugblättern überflutet, in denen die Gräuel der Verfolgung bekannt gemacht und angeklagt wurden. Das sog. „Meeting for Sufferings“ war die erste Institution, die sich bei den Quäkern etablierte, noch vor den  Monats- und Jahresversammlungen.

Im 20. Jahrhundert prägte die Bereitschaft zum „freiwilligen Leiden“ gewaltfreie Begegungen wie den indischen Unabhängigkeitskampf (Gandhi), die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung (Martin Luther King) oder den aktiven Widerstand gegen nukleare Aufrüstung in den 1980ern. Für das Konzept „Ziviler Ungehorsam“ war sie konstituitiv. Auch heute werden Gläubige und/oder gewaltfreie Aktivistinnen in manchen Ländern verfolgt.

Wie verarbeiteten Täufer, Quäker und andere ihre Leidenserfahrung theologisch und psychisch? Wie wird  ihre Identität und ihr Gemeinschaftsbewusstsein bis heute davon geprägt? Weitere Fragen, auch Antworten erwarten wir aus dem Gespräch miteinander.

Zoom-Meeting beitreten

https://us02web.zoom.us/j/81482096761?pwd=MzR0b1JxOVMvdjdnaFlCRFNJZWU0QT09

Meeting-ID: 814 8209 6761, Kenncode: 798984

Voraussichtlich nächste Treffen: 18.4.21, 16.5.21.

Direkt im Anschluss ein weiteres täuferbezogenes Zoomtreffen: Im Rahmen des Themenjahres 2021 gewagt! gemeinsam leben, Gespräch mit Prof. Dr. Andrea Strübind und PD Dr. Astrid von Schlachta: 21.3.2021, 19:30 Uhr: „Sag mir, wo die Kinder sind?“ Die generationsübergreifende Gemeinde vor dem Aus?

 


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