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Wilde Kirche – Wild Church

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass Berg und Tal grün alles werd

Aus dem Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“
von Friedrich Spee, 1591-1635

Schöpfungsandacht zum 1. Advent
So 27.11.22, 16 Uhr, Augsburg, Park beim Roten Tor
Nähe Freilichtbühne

UN-Generalsekretär António Guterres warnte auf der gerade beendeten
Klimakonferenz von Scharm-el-Scheich vor der Klimakatastrophe als
„HIGHWAY TO HELL“. EU-Präsidentin Ursula von der Leyen lud stattdessen
ein, „das saubere TICKET IN DEN HIMMEL“ lösen. Wie das gehen soll,
ließ sie offen.
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O Heiland, reiß die Himmel auf! Reiß ab vom Himmel Tor und Tür!
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Angesichts der mageren Ergebnisse der Klimakonferenz trifft das
Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ den richtigen
kämpferischen Ton. Die tot erscheinende Erde soll wieder lebendig und
grün werden. Die Schöpfung selbst rebelliert gegen die Herrschaft des
Todes. 1622 verarbeitet der Jesuit Friedrich Spee in diesem Lied die
Schrecken des 30-jährigen Krieges. Als Seelsorger von verdächtigten
Frauen kämpft er gegen den Hexenwahn seiner Zeit. Himmel und Erde
sollen den Erlöser frei geben, den Befreier „aus dem Jammertal“.
Angesichts heutiger Kriege und Krisen kann uns die Bildsprache Spees
direkt ansprechen. Droht doch unser Planet tatsächlich zum Jammertal
zu werden.

In unserer monatlichen Andacht „Wilde Kirche“ bringen wir unsere
Klagen vor Gott. Diesmal im Advent: eine Zeit der Sehnsucht nach
Befreiung und Schritten konkreter Umkehr.

Wilde Kirche – Wild Church ist eine experimentelle Liturgie.
Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe
des Schöpfers zu dieser Welt zu verwurzeln. Gottesdienst nicht in,
sondern mit der Schöpfung. Inmitten der Herausforderungen wollen wir
eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und
unser Handeln motiviert. – Der Same der Wild Church Bewegung kam über
Nordamerika zu uns. Einmal im Monat seit Juli 2021 bei jedem Wetter im
Freien.

Weitere Termine: So 18.12.22, 16 Uhr, Zukunftsdenkmal.
Am Fuß-/Radweg zw. Eisstadion & Blauer Kappe,
Zwischen den Straßenbahnhalten Curt-Frenzel-Stadion & Klinkertor.

Weiter 2023: 29.1.23, 26.2.23, meist am letzten Sonntag im Monat.

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Wilde Kirche, c/o Mennonitengemeinde Augsburg,
Wolfgang Krauß, 0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de,
mennonitengemeinde.de, wildchurchnetwork.com


Im Jahr 336 bei Worms. Das römische Heer lagert angriffs bereit am Rhein. Es soll gegen die Barbareb auf der anderen Seite des Flusses gehen. Der spätere St. Martin ist noch römischer Offizier. Die Mantelteilung liegt zwei Jahre zurück. Er hatte sich inzwischen taufen lassen. Als der Kaiser ihn nun mit den anderen Offizieren durch Geschenke zur Schlacht gegen die Barbaren motivieren willt, trifft er eine Entscheidung:

Ich bin ein Soldat Christi,
es ist mir nicht erlaubt zu kämpfen!

Der Fluss heißt heute anders.

Siehe auch hier

Es ist mir nicht erlaubt zu kämpfen – St. Martin: Mantelteiler. Kriegsdienstverweigerer. Friedensstifter, 158 S., Buchvorstellung und Hinweise zum kostenlosen Download


Mi 9.11.22, 19.30, Apostelin Junia Kirche, Sheridan Park, Siegfried-Aufhäuser-Str. 25

Löwe & Lamm schmieden Schwerter zu Pflugscharen

2.Werkstatt für die soziale Verteidigung Augsburgs durch seine Bevölkerung

 

 

Geht das, eine Großstadt wie Augsburg gewaltfrei verteidigen? Historische Beispiele und wissenschaftliche Analysen sehen die Möglichkeit dazu. Solche Städte sind hinterher nicht zerstört, wie viele, die militärisch verteidigt oder „befreit“ werden. – Nachdem im Juli eine erste Werkstatt an dieser zivilen Perspektive arbeitete, geht es nun um konkrete Ansätze zur sozialen Verteidigung  Augsburgs. Wie wird das organisiert? Welchen Ort findet das Vorhaben in der Stadtgesellschaft? Wie vernetzt es sich mit anderen Städten?

 

Wie wirkt Gewaltfreiheit?

https://eulemagazin.de/die-macht-gewaltlosen-widerstands/

www.aktivgewaltfrei.de

Augsburger Friedensinitiative (AFI), Mennonitengemeinde, pax christi

Im Rahmen der Augsburger Friedenswochen im November 2022

Hier als pdf: Werkstatt2VerteidigungFriedensstadtNov2022

 


Markus 16,15

Schöpfungsandacht – Kirche in der Wildnis – Wild Church

So 29.5.22, 17 Uhr, Augsburg, Wittelsbacher Park

In der Nähe des Rudolf-Diesel-Gedächtnis-Hain (Japanischer Garten) am Südende des Wittelsbacher Parks bei der Erhard-Wunderlich-Sporthalle, Straßenbahn Linie 1, Haltestelle Kongreß am Park oder Polizeipräsidium

Kirche in der Wildnis – Wild Church ist eine experimentelle Liturgie. Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe des Schöpfers zu dieser Welt zu verwurzeln. Gottesdienst nicht in, sondern mit der Schöpfung. Inmitten der Herausforderungen, wollen wir eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und unser Handeln motiviert. Der Same der Wild Church Bewegung kam über Nordamerika zu uns. Am letzten Sonntag im Monat versammeln wir uns bei jedem Wetter im Freien.

Infos in englischer Sprache: wildchurchnetwork.com

Weitere Termine: So 26.6.22, 31.7.22, 28.8.22, 17 Uhr

Kirche in der Wildnis – Wild Church, c/o Mennonitengemeinde Augsburg, Wolfgang Krauß
0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de, mennonitengemeinde.de

Einladungszettel als pdf: 22-05-29SchöpfungsandachtGuteNachrichtSchöpfung

 


Im Mai und Juni 2022 wird der Augsburger Rathausplatz von einem seltsamen Gebilde dominiert. Eine riesige Holzkonstruktion, begehbar, ein riesiger Bildschirm davor. Die Fuggerei feiert 2022 weiter ihr schon 2021 bejubeltes Jubeläum. 500 Jahre Fuggerei. In EWIGKEIT Amen.

EWIGKEIT. Das wird in den Ausstellungsräumen des Gebildes, es soll den Fuggereihäusern nachempfunden sein, zum meistgebrauchten Wort. ZUKUNFT steht ihm kaum nach. FUGGER next 500 From 1521 to Future.

ALLE WELT. Die Fuggerei soll in  alle Welt exportiert werden. Der große Wohltäter Jakob Fugger wird gefeiert. „Für eine minimale spirituelle und monetäre Gegenleistung ermächtigt die Stiftung Bedürftige in der Region ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu führen. Das Konzept der Fuggerei setzt Maßstäbe seit 1521.“ So heißt es am Eingang unter der Überschrift „DER FUGGEREI-CODE“.

Kein kritisches Wort zur Hybris ein menschliches Werk mit Ewigkeitscharakter auszustatten. Blasphemie? Gotteslästerung? Nein, wer kommt auf solche Gedanken. Da ist die Prädikatur vor, eine ebenfalls auf EWIG eingerichtete Predigerstelle an St. Moritz. Und der Dritte im Bunde ist die Grablege der Fugger, die Fuggerkapelle in der Annakirche. Die ist zwar schon bald 500 Jahre lutherisch. Aber egal. Die minimale spirituelle Gegenleistung besteht in drei Gebeten am Tag. Alle, die in der Fuggerei wohnen, sollen sie täglich als geistliche Miete sprechen: Vater Unser, Ave Maria und Glaubensbekenntnis. Damit Jakob Fugger schneller aus dem Fegefeuer kommt. Er ist also immer noch dort!? Denn immer noch wird für ihn gebetet von Auf ewig muss für ihn gebetet werden? Derzeit von 150 Leuten, die da wohnen. Früher waren es mehr als 300. Und das soll EWIG so gehen!? Jakob Fugger, damals der reichste Mann der Welt, umgerechnet heute noch! Reicher als Elon Musk, Bill Gates etc., Jakob Fugger kommt nur durch die permanenten Gebete armer Schlucker irgendwann in der Ewigkeit aus dem reinigenden Feuer?

Was hat er verbrochen? Ist es, weil er den Kapitalismus miterfunden hat? Gar den fossil betriebenen Kapitalismus mit seinen Bergwerken in Tirol und anderswo? Trägt er Mitschuld an der Klimakrise? Oder hat es damit zu tun, dass die unschuldig verarmten Katholiken, die er vor 500 Jahren in die Fuggerei aufnahm, erst durch Fuggers Geschäftspolitik arm geworden waren? Wie auch immer. Der „Fuggerpavillion“ beherrscht noch bis 12.6.22 den Rathausplatz. Das ist publikumswirksam gemacht. Jede Menge Veranstaltungen laufen in seinem Bauch. Touristen und Einheimische strömen neugierig ins Innere. DIE Augsburger Legende soll auf EWIG fortgeschrieben werden. Gut angelegte Investition! So kauft man eine Stadt. Seit 500 Jahren. Für die EWIGkeit.

Wen es interessiert, wie die Fugger sich selber loben, der kann unter www.fuggerei-next500.de nachschauen. Wer sich ein kritisches Bild machen will, lese den aufschlussreichen Artikel „Die Augsburger Fuggerei und ihre Legenden“ in DIE AUGSBURGER ZEITUNG (DAZ).

 

 

 

 

 

 

 


Rede beim Ostermarsch 2022

Augsburg, Karsamstag 16.4.2022. Sieben Wochen dauert der Angriff Russlands gegen die Ukraine schon. Beim Ostermarsch gibt es eine Vielzahl kurzer Reden aus verschiedenen Perspektiven zu dieser Agression.

Meine Rede ist zu hören auf https://youtu.be/skP9vx9yu3o

Sie hatte folgenden Wortlaut: Keine Zeit für Ausreden – Warum ziviler Widerstand wirkt

„Jetzt ist keine Zeit für Ausreden, jetzt ist die Zeit für Kreativität und Pragmatismus“, sagte Annalena Baerbock als sie Anfang der Woche dafür plädierte, schwere Waffen in die Ukraine zu liefern. – Kreativität für Waffenlieferungen? Der uralte Vorrang militärischen Denkens. Übliche Reaktion seit Jahrtausenden. Solches Denken hat uns in die atomare Abschreckung geführt, die Drohung gegenseitiger nuklearer Vernichtung als Sicherheitskonzept. Sehr kreativ und pragmatisch! … Weiterlesen: 22-04-16KeineZeitFürAusredenOstermarschredeFin

 

 

 

 

 

 

 

 

Ostermarschkundgebung, Karsamstag 16.4.2022, Moritzplatz Augsburg

 

 


mir

wladimir + wolodimir = friedefürst + friedefürst = krieg

28.2.2022


für die Völker der Ukraine und Russlands im gemeinsamen Haus Europa

Stellungnahme der Sprecher des Runden Tisches der Religionen Augsburg

Es ist Krieg in Europa. Wir beklagen den militärischen Einmarsch in ein unabhängiges Land, Bomben  und Raketen auf militärische und zivile Ziele. Der Angriffsbefehl Wladimir Putins ist durch nichts zu rechtfertigen, welche berechtigten Anliegen Russland gegenüber der Ukraine auch gehabt haben mag. Wir sehen uns verbunden mit den Menschen in der Ukraine und allen mutigen Menschen, die sich in Russland gegen den Krieg stellen.

„Krieg soll nach Gottes willen nicht sein“, formulierte der Ökumenische Rat der Kirchen bei seiner Gründung 1948 in Amsterdam. Der Primas der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat), Metropolit von Kiew und der ganzen Ukraine, Onuphry wandte sich in einer ersten Reaktion gegen den russischen Angriff und nannte jeden Krieg eine Sünde. Auch die anderen Kirchen der Ukraine verurteilten die Angriffe. Die jüdischen Gemeinden sind in großer Sorge, ebenso die muslimische Gemeinschaft der Krimtataren.

Als Menschen des Glaubens beten wir, dass die Waffen schweigen. Wir beten für die durch Kriegshandlungen bedrohten Menschen, für Menschen, die Zuflucht in anderen Regionen und Ländern suchen. Wir beten für die politisch Verantwortlichen in der russischen Regierung, dass sie die Angriffe stoppen. Wir beten für die ukrainische Regierung und für die Regierungen der NATO-Staaten. Das Feuer des Krieges muss gelöscht werden. Wir bitten die deutsche Regierung und Zivilgesellschaft, die Aufnahme von Flüchtlingen vorzubereiten und humanitäre Hilfe einzuleiten.

1959 schenkte die Sowjetunion den Vereinten Nationen die Skulptur eines Künstlers aus der Ukraine. Sie zeigt einen kräftigen Mann, der das biblische Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ in die Tat umsetzt. Seitdem steht dieser Wegweiser zum Frieden im Garten der UNO in New York. Er lädt ein in eine Zukunft, in der die Völker der Ukraine und Russlands in Frieden, wahrer Freundschaft und Selbstbestimmung versöhnt miteinander leben. Eine Zukunft des Friedens und der Gerechtigkeit im gemeinsamen Haus Europa. Dazu wollen wir mit unseren Kräften und Möglichkeiten beitragen.

Augsburg, 26.2.2022

Hogen Harter, Bodhidharma Zendo Augsburg      Wolfgang Krauß, Mennonitengemeinde

Sprecher des Runden Tisches der Religionen Augsburg

Foto: Neptuul, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Verblüffende Parallelisierung von Eid- und Gewaltverweigerung

 

„Schön, dass Hans Denck in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen zu Wort gekommen ist! (gerade entdeckt! — ich habe die Zeitung nur aus einer Laune heraus gekauft, blättere sie gerade durch).“ So schrieb mir ein Freund am 2. Weihnachtsfeiertag. – Ja, schrieb ich ihm zurück: „Dein Email erinnert mich, den Brief in Gänze auf meinen Blog zu stellen.“ Was ich hiermit tue. Die SZ hat nur ein kleines Fragment meines Leserbriefes abgedruckt: Unten in kursiver Schrift. Leider hat sie Dencks verblüffende Parallelisierung von Eid- und Gewaltverweigerung rausgekürzt.
Der Artikel selbst ist leider nicht frei zugänglich. Wer einen SZ-online-Zugang hat, wird hier fündig: https://www.sueddeutsche.de/kultur/amtseid-ampel-kabinett-so-wahr-mir-gott-helfe-1.5485137?reduced=true

Leserbrief zu „Ach, Gottchen – Die Hälfte des neuen Kabinetts will keine Hilfe von ganz oben. Ein Skandal?“ Von Kurt Kister, SZ 11.12.21, S. 17

Mal wieder dieselbe „Debatte“, wer von der neuen Regierung mit oder ohne religiöse Formel den Amtseid geschworen hat. Auch Kurt Kister erwähnt, dass Gerhard Schröder als bisher einziger Kanzler auf das „So wahr mir Gott helfe“ verzichtete. Nun also auch Scholz, samt zwei weiteren Sozis und alle grünen Minister. Ganz entspannt könne man das sehen, beides sei „irgendwie okay“ und angesichts fortschreitender Säkularisierung würden sich „spätestens bei der übernächsten Kabinettsvereidigung … nicht mehr viele Menschen Gedanken darüber machen“.

Zu Beginn seines launigen Artikels zitiert Kister das Eidverbot Jesu in der Bergpredigt. Er konstruiert daraus einen Widerspruch zwischen Jesus, dem Sohn, und Gott Vater, der doch dem Abraham Segen und viele Nachkommen zugeschworen habe. Dabei geht Jesus schon darauf ein, dass es früher anders geheißen habe: „Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19,12; 4. Mose 30,3): Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deine Eide halten. – Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.“ Matthäus 5, 33 ff.

Das Eidverbot kann nicht ganz nebensächlich sein, wird es doch an anderer Stelle des Neuen Testaments bekräftigt (Jakobus 5, 12). Es geht Jesus und Jakobus nicht um eine religiöse Formel, sondern um den Eid schlechthin. Das gerät Kister im weiteren etwas aus dem Blick. Wir sollen immer wahrhaftig reden, dafür reicht Ja und Nein. Wir können unsere Handlungen in der Zukunft nicht garantieren, also sie auch nicht per Eid bekräftigen, schon gar nicht indem wir Gott zum Zeugen oder Helfer herbeirufen. Wir sollen Gott nicht für unsere Zwecke benutzen.

Es hat immer wieder Christen gegeben, die das ernstgenommen haben und sich durch Verweigerung verschiedener Formen des Eides erhebliche Nachteile einhandelten, etwa die Täufer auf dem „linken“ Flügel der Reformation des 16. Jahrhunderts. Damals mussten in den Schweizer Eidgenossenschaften oder auch in freien Reichsstädten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation einmal im Jahr alle Bürger antreten und einen Loyalitätseid leisten. Wer den verweigerte, musste mit Stadtverweis, Haft oder gar Hinrichtung rechnen. Der Täufer Hans Denck schrieb dazu 1527: „Gelübde und Eid zu halten steht in keines Menschen Hand, sondern was ein Freund Gottes für recht erkennt, soll er ohne Gelübde und ohne Versprechen tun … Manche aber sagen: Es schwöret doch Gott selbst und dies ist nicht Unrecht, darum dürfen wir es auch tun … Darauf lautet die Antwort: Wenn wir gewiss sein können, dass wir es zu halten vermögen, wie er, so mögen auch wir schwören wie er. Also steht es auch mit dem Totschlagen und Herrschen, wenn wir es frei von Rache und Eigennutz tun könnten wie Gott …“ Der letzte Satz deutet auf die in der Bergpredigt ebenfalls gebotene Gewaltfreiheit und Feindesliebe und die Beziehung zwischen Loyalitätsverweigerung und Gewaltverzicht.

Nach dem Grundgesetz sind übrigens weder Kanzler noch Ministerinnen zum Eid verpflichtet. Das GG enthält dazu KEINEN Artikel. Es schweigt dazu, wie schon die Weimarer Verfassung. Kanzler und Minister bedürfen NUR der Ernennung durch den Bundespräsidenten (GG Art 63 & 64) und KEINES Amtseides.

Seltsam, dass die religiöse Formel oft als Hinweis auf den Glauben der schwörenden gesehen wird.  Dabei achtet derjenige, der sie gebraucht, doch am allerwenigsten auf Lehre und Vorbild Jesu.

Olaf Scholz verzichtete schon beim Ministereid 2018 auf die religiöse Formel und kam so dem Neuen Testament zumindest auf halbem Weg entgegen. So gesehen, zeugt die uniforme Verwendung der religiösen Formel durch sämtliche FDP-Minister ironischerweise von der traditionellen Glaubensferne dieser Partei.

Wolfgang Krauß, Augsburg


Wild Church – Kirche in der Wildnis

Das Seufzen der Schöpfung

So 31.10.21, 17 Uhr, Augsburg, Zukunftsdenkmal, Eisstadion

Das Seufzen der Schöpfung. Paulus schreibt davon im 1. Jahrhundert im Brief an die Gemeinde in Rom. Fast scheint es, er reflektiere die ökologische Krise des 21. Jahrhunderts: Es geht um Sklaverei und Verlorenheit,  Bedrohung und Vergehen der Schöpfung, aber auch Hoffnung auf ihre Befreiung und die Geburtswehen einer neuen Schöpfung.

 

Kirche in der Wildnis – Wild Church ist eine experimentelle Liturgie. Sie nimmt die ökologische Krise ernst und sucht sich neu in der Liebe des Schöpfers zu dieser Welt zu verwurzeln.

Wir feiern Gottesdienst nicht in, sondern mit der Schöpfung. Wir loben den Schöpfer. Wir klagen ihm die Zerstörung durch uns Menschen. Inmitten der Herausforderungen, wollen wir eine geistliche Praxis entwickeln, die unseren Glauben erdet und unser Handeln motiviert.

Der Same der Wild Church Bewegung kam über Nordamerika zu uns. Er soll auch in unserer Bioregion wachsen. Einmal im Monat versammeln wir uns bei jedem Wetter im Freien. Angestrebt wird ein offener ökumenischer Trägerkreis.

Unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln

Infos in englischer Sprache: wildchurchnetwork.com

Termine: So 28.11.21, 16 Uhr. Zukunftsdenkmal Grünanlage beim Eisstadion. So 12.12.21, 16 Uhr, Zukunftsdenkmal Grünanlage beim Eisstadion.

Kirche in der Wildnis – Wild Church, c/o Mennonitengemeinde Augsburg, Wolfgang Krauß

0152-21627812, wolf@loewe-und-lamm.de, mennonitengemeinde.de, wolfgangsnotizen.de

pdf: 21-10-31EinladungSeufzenSchöpfung                   

 


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