Feeds
Artikel
Kommentare
… im Nordosten Nigerias wird die aufgeregte
Anti-Islam-Polemik der letzten Wochen dementiert? Der
menschenverachtenden Aggression der Terrormiliz Boko Haram setzt die
etwa eine Million Glieder zählende Ekklesiyar Yan’uwa a Nigeria (EYN –
Kirche der Geschwister) eine doppelte Waffe entgegen. …
Gewaltfrei trotz Boko Haram
Interreligiöse Friedensarbeit im Angesicht des Terrors
Ephraim Kadala & Hussaini Shuaibu zur Situation in Nordostnigeria
Augsburg16-05-13GewaltfreiTrotzBokoHaramPlakat
Freitag 13.5.16, 19.30, Lauterlech 49, 86152 Augsburg,
Ev. meth. Kirche

Ephraim Kadala, Pastor der Ekklesiyar Yan’uwa a Nigeria (Kirche der
Geschwister, EYN), und Hussaini Shuaibu, muslimischer Mitarbeiter der
Christian and Muslim Peace Initiative, (CAMPI), berichten von der
Gewalt gegen Christen und Muslime im Nordosten Nigerias.

Im April 2014 entführte die Terrororganisation Boko Haram 276
Schülerinnen. Die meisten gehörten zur EYN. Seit Jahren terrorisiert
Boko Haram die Christen der Region, tötete mehr als 10.000 Menschen
und vertrieb Tausende aus ihrer Heimat.

Trotz der Aggression hält die EYN an der Friedensbotschaft des
Evangeliums fest und unterrichtet ihre Glieder in der biblischen Lehre
von Frieden und Versöhnung, knüpft Kontakte zu dialogbereiten
Muslimen, arbeitet gegen die ökonomischen und politischen Ursachen der
Gewalt. Der Schwerpunkt ihres Beitrags zur friedlichen Koexistenz von
Muslimen und Christen besteht in Ausbildung und Training für
Konfliktsituationen, sowie Traumabearbeitung. Dafür erhalten EYN und
CAMPI am 20.5 2016 in Rottenburg/Neckar den Michael-Sattler-Friedens-
preis des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees .

Veranstalter:
Augsburger Friedensinitiative,
Evangelisch methodistische Kirche,
Mennonitengemeinde,
pax christi – Internationale katholische Friedensbewegung

www.michael-sattler-friedenspreis.de


Bei ihrem Auftritt zum Neujahrsempfang der Augsburger AfD erhielt Frauke Petry den Lokomotivführer Lukas als Marionette der Augsburger Puppenkiste als Geschenk. Die Augsburger Allgemeine Zeitung druckte ein Interview mit dessen Freund Jim Knopf ab. Darin wird er gefragt, ob er selber denn zu Petry ziehen würde. Seine Antwort: “nur ganz kurz …, um meinen Freund Lukas den Lokomotivführer dort rauszuziehen.” Auf die Frage, was er zu den vielen dunkelhäutigen Jungs aus fernen Ländern meint, die derzeit in Augsburg leben: “Ich hoffe, dass jeder, der in seiner Heimat um sein Leben fürchten muss, in Deutschland sein eigenes Lummerland finden darf.”

Das ganze Interview ist hier nachzulesen http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Jim-Knopf-im-Interview-Ich-wuerde-nur-kurz-zu-Frau-Petry-ziehen-id36969032.htm


Impressionen und Gedanken aus etwas anderer Perspektive

Große Aufregung in der Friedensstadt Augsburg. Ein von Oberbürgermeister Gribl gegen Frauke Petry, Bundesvorsitzende der AfD, ausgesprochenes Rathausverbot war am Mittwoch vom Verwaltungsgericht mit Verweis auf die Meinungsfreiheit gekippt worden. Die beiden AfD-Stadträte hielten an ihrer Einladung Petrys zu ihrem Neujahrsempfang für 12.2.16, 19.30 fest. Als Reaktion berief der OB eine außerordentliche Stadtratssitzung auf 18 Uhr in den goldenen Saal des Rathauses ein. Um 18.30 startete eine Mahnwache des Bündnisses für Menschenwürde vor dem Rathaus. Dort fanden sich schließlich mehr als 3.000 Menschen ein. Die Ratssitzung dagegen war schlecht besucht. Wenige Bürger und nur Stadträte der Regierungskoalition aus CSU, SPD und Grünen hatten sich eingefunden. Die AfD-Räte waren natürlich bei ihrem demnächst startenden Neujahrsempfang. Die Oppositionsräte diverser Kleinparteien entweder abwesend oder draußen bei der Mahnwache.

IMG_0549

Wir sind Friedensstadt! bekräftigt ein riesiges Transparent.

 

In den überregionalen Medien fand das Augsburger Geschehen Beachtung. Die Augsburger Presse berichtete ausführlich.

Das Ansehen der Friedensstadt

OB Gribl betonte zu Beginn, der Auftritt Petrys schade dem Ansehen der Friedensstadt Augsburg. Vor allem ihr Plädoyer für Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge sei mit dem friedensstädtischen Selbstverständnis Augsburgs nicht vereinbar. Im Laufe der Sitzung ging es denn auch um eine Änderung der Nutzungsordnung fürs Rathaus, die in Zukunft Veranstaltungen ausschließe, die “dem Ansehen der Friedensstadt schaden”.  Ausführlich sprach Kulturreferent Weitzel von der “Friedenstradition als prägendem Element der Stadtgeschichte”. Von der Confessio Augustana 1530 über den Augsburger Religionsfrieden 1555 bis zum Westfälischen Frieden 1648 und dem Beginn des Friedensfestes am 8.8.1650 seien in Augsburg Schritte zu friedlichem Miteinander widerstreitender Absolutheitsansprüche und freie Religionsausübung getan worden.

Helmut Hartmann, Augsburger Friedenspreisträger und Überlebender der Nazidiktatur, bekundete seine Dankbarkeit für die gewachsene Demokratie in Deutschland. Aus unserem heutigen Reichtum erwachse eine Verpflichtung gegenüber Menschen auf der Flucht. Als Flüchtlinge aus Nazideutschland an den geschlossenen Grenzen anderer Länder abgewiesen wurden, gingen sie in den sicheren Tod. Das dürfe nicht wieder sein. Frieden sei die Leitkultur des Christlichen Abendlandes.

Der runde Tisch der Religionen will Grenzen überwinden

Stadtdekanin Susanne Kasch sprach für den Runden Tisch der Religionen. Dessen Ziel sei laut Satzung, „zum friedlichen Zusammenleben der Menschen in Augsburg beizutragen, Konflikte zu entschärfen, bei denen religiöse Faktoren eine Rolle spielen, sowie Verständnis für die Ausübung der unterschiedlichen Religionen in der Stadtöffentlichkeit zu wecken.“ Sie zitierte aus der gemeinsamen Stellungnahme von Christen, Juden, Muslimen, Aleviten und Buddhisten zum Friedensfest, 8.8. 2015. Darin wird die Sorge ausgedrückt angesichts der Konflikte weltweit, auch der Anschläge gegen Flüchtlingsheime hierzulande. Die “Sehnsucht nach Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden” verbinde alle Menschen und sei uns “vom Schöpfer der Welt mitgegeben”. Wir Menschen seien, “fähig und berufen zu Mitmenschlichkeit und einem Leben in Freiheit und Gerechtigkeit”. Menschen auf der Flucht seien “unsere Mitmenschen” und hätten daher “Anspruch auf unsere Solidarität und Hilfe”. Gemeinsame Aufgabe am Runden Tisch der Religionen sei es “beizutragen, dass Grenzen unter uns überwunden werden”.

Weiter sprachen Prof. Weller vom Studiengang für Friedens- und Konfliktforschung und die Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Margaretha Hackermeier.

Fragen eines skeptischen Dissidenten

Die Neuformulierung der Nutzungsordnung wurde einstimmig angenommen. OB Gribl kündigte zudem die Vorlage eines Grundtextes “Friedensstadt Augsburg” an, um das Selbstverständnis “verschiedener Formate der Friedensstadt” zusammenzuführen. Unter “Verschiedenes” gab es noch die Wortmeldung von Stadtrat Peter Grab, der als einziger Dissident grundsätzliche Bedenken anmeldete zu einem Hausverbot. Er könne sich der von den Vorrednern geäußerten Grundsätzen voll anschließen, teile auch die  Kritik an der “Schusswaffenäußerung” der AfD-Vorsitzenden. Allerdings halte er demokratische Grundrechte und politische Auseinandersetzung für nicht disponibel. Auch er wolle Petry nicht im Rathaus reden hören. Ein Redeverbot sei jedoch mit der demokratischen Auseinandersetzung nicht vereinbar. Auch kritisierte er die Eile der Nutzungsänderung. Er beendete seine Stellungnahme mit dem Vorschlag, die Stadträte sollen ihr heutiges Sitzungsgeld einer Organisation spenden, die gegen Hass und Gewalt arbeite. – Zuvor war die neue Verteilung der Ausschusssitze mitgeteilt worden. Sie war daraus entstanden, dass Grab und seine Gruppierung (WSA) die bisherige Ausschussgemeinschaft mit den beiden AfD Räten gekündigt hatte. – Grab lässt sich seine Distanzierung also durchaus etwas kosten. Er darf in keinem Ausschuss mehr mitreden. – Stadtrat Cemal Bozoglu schilderte in einem persönlichen Zeugnis, wie er vom politischen Flüchtling vor der Militärherrschaft in der Türkei zum Augsburger Bürger wurde.

Auf dem Rathausplatz

Draußen auf dem Rathausplatz waren inzwischen 3.000 Menschen zusammengekommen. Mit selbstgemalten oder vom Bündnis für Menschenwürde vorgefertigten Schildern protestierten sie gegen AfD und das Auftreten Petrys. Stadtdekanin Kasch und OB Gribl hatten sie Sitzung vorzeitig verlassen, um auch noch zur Menge zu sprechen. Ihre und weitere Reden konnte ich vom goldenen Saal aus nicht hören. Ein einzelner Demonstrant umkreiste die Menge mit einem Schild, das ähnlich textete wie Peter Grab. “Demokratie: Argumente statt Verbote.” Eine Luftballonaktion des Stadtjugendrings ließ hunderte weiße Luftballons mit der Aufschrift “Amore statt Peng Peng” aufsteigen.

IMG_0538

 

Ein zwiespältiges Gefühl

Es ist gut, dass den fremdenfeindlichen Positionen der AfD klar und deutlich widersprochen wird. Insgesamt habe ich dennoch ein zweispältiges Gefühl. Vielleicht rührt es zum einen von der allzugroßen Selbstgewissheit der Augsburger (über)großen Koalition und der wahrnehmbaren Häme gegenüber dem einzigen anwesenden Dissidenten Peter Grab und seinen doch wichtigen Fragen. Zum anderen wäre die CSU als größte Regierungsfraktion zu fragen, wie denn ihre begrüßenswert klare Haltung gegen die AfD zu  Äußerungen und Verhalten ihres Vorsitzenden Seehofer passt. Er nennt Deutschland einen “Unrechtsstaat”, sucht den Schulterschuss mit Putin in Moskau, während dessen Bomben in Syrien für neue Flüchtlinge sorgen.  Wie steht der  stellvertretende CSU-Vorsitzende Gribl dazu? Zum dritten die Frage: Hat die Skandalisierung des AfD-Neujahrsempfangs, das nicht durchsetzbare Haus- und Redeverbot, und auch die massenhafte Mahnwache der AfD nicht eine vielfache öffentliche Aufmerksamkeit beschert, als hätte man sie unbeachtet reden lassen? Spielt das nicht dieser Partei und ihrer Aschenputtelstrategie in die Hände? Und zuletzt: Sollte das Geschichtsbild einer Friedensstadt nicht etwas differenzierter und weniger einseitig heroisch sein, als es Kulturreferent Weitzel skizzierte?

Kleiner Exkurs zum Geschichtsbild der Friedensstadt Augsburg

Als Gipfel des Unfriedens stellte Weitzel die Schließung der evangelischen Kirchen und die Absetzung der evangelischenPrediger und Ratsherren dar. Ohne allerdings zu erwähnen, dass auch die lutherische Seite, wenn sie die Macht hatte, entsprechend intolerant agierte: Ausweisung der Priester und Orden, Verbot der Messe … Ebenfalls unerwähnt die Vertreibung der Täufer und anderer Dissidenten, die Verdammung der “Wiedertäufer” in der Confessio Augustana. Auch der große Schönheitsfehler des Religionsfriedens wurde nicht benannt: Religionsfreiheit nur für die Mächtigen, denen erlaubt wurde, ihre Untertanen zu Lutheranern oder Katholiken zu machen. Zur Augsburger Parität waren nur Lutheraner und Katholiken zugelassen. Schließlich sprach Weitzel im großkirchlich üblichen Ökumenesprech von der Koexistenz der “beiden” christlichen Konfessionen. Dass es (offiziell) nur zwei waren, war eine Machtfrage und kaum ein Friedenszeugnis. Alle anderen wurden in den Untergrund gedrängt. Sollte eine Friedensstadt sich nicht ein ungeschöntes Geschichtsbild leisten?

Die Kaiserbilder im Goldenen Saal

War ich der einzige, der während der Stadtratssitzung an den Seitenwänden des goldeneen Saales die überlebensgroßen Bilder der römischen Kaiser betrachtete? Linker Hand die heidnischen Kaiser seit Augustus, dem Namensgeber Augsburgs, rechter Hand die christlichen Kaiser seit Konstantin. Seltsam nur, dass kein sichtbarer Unterschied zwischen christlichen und heidnischen Herrschen ins Auge fällt. Beide posieren stolz mit dem Schwert als Zeichen ihrer Herrschaftsgewalt. Sollte das “Schwert”, modern gesprochen der “Schusswaffengebrauch”, am Ende zum unverzichtbaren Inventar staatlicher Herrschaft gehören?  Was bedeutet dann die laute Empörung über Frauke Petrys Äußerung zum Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge? Sind die schwarz-rot-grünen Stadträte inzwischen alle Pazifisten geworden?

Der stärkste Widerspruch

Als ich schließlich doch bei der 3.000köpfigen Mahnwache auf dem Rathausplatz ankomme, wundern mich zum einen die lokalpatriotischen Texte der dort singenden beiden Sebastians: sonntäglicher “Duft nach Braten”, reimt(!) sich da auf “parkende Mittelklassewagen”.  Und noch etwas irritiert mich: das Bündnis für Menschenwürde hatte Pappschilder vorgedruckt. Da gab es die Auswahl zwischen fünf Sätzen: Wie kommt es, dass ausgerechnet der stärkste Widerspruch gegen Petrys “Schießbefehl” als Demospruch kaum Anklang findet? Vom Stapel mit dem Text “Du sollst nicht töten! 5. Gebot” sind kaum Schilder genommen. Andere sind “ausverkauft”. Ich sehe das 5. Gebot in der Menge nur einmal. Noch dazu meint der Träger: Der beste Spruch gegen die Islamisierung. – Hallo, entgegne ich, auch im Koran ist doch das Töten verboten.

5Gebot

Unterschiedliche Nachfrage nach Demo-Schildern


Augsburg oder die wilde 13

Am Nikolaustag 2015 zog die Fregatte F 213 der Bundesmarine in den Krieg. Sie soll den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle im Kampf gegen den Terror des IS schützen. Nach ihrer Kennung trägt sie den Spitznamen “Wilde 13″. Offizieller Name ist Augsburg.Nun ist die Friedensstadt also in den Krieg gezogen. Schließlich wurde sie 15 vor Christus als römisches Militärlager gegründet und durch ihre ganze Geschichte zieht sich bis heute die Tradition der Pax Romana oder Pax Augusta, dem mit überlegener Militärgewalt gesicherten Frieden. Zwar gibt es spätestens seit dem Martyrium der Heiligen Afra 304 nach Christus  auch das leidensbereite Zeugnis der Pax Christi – dem Frieden Christi, der auf Gewalt verzichtet. Doch der Antagonismus zwischen beiden Friedenshaltungen zieht sich bis in die heutige Zeit.

FregatteAugsburgimage_normal

Die Wilde 13 – das war doch das gleichnamige Kinderbuch von Michael Ende, kongenial verfilmt von der Augsburger Puppenkiste. Eine Seeräuberbande, also Terroristen, die nicht bis 13 zählen konnte und der erst von ihrem neuen Häuptling Jim Knopf ein bisschen Mathe beigebracht wurde. Bitte nachlesen, wie dieser Bub mit Migrationshintergrund mit der Terrorbedrohung umging. Es war wenig militärisch.


Bitte an MdBs gegen den Kriegseinsatz zu stimmen

Heute abend hab ich noch Mails an die Wahlkreisabgeordneten der CDU und SPD geschrieben. Hier zunächst das Mail an den CDU-MdB:

Von    : Wolfgang Krauss <WKrauss@gmx.net>
An     : stephan.harbarth.wk@bundestag.de
Datum  : Donnerstag, 3. Dezember 2015, 23:48
Betreff: Bundeswehreinsatz Syrien

Lieber Herr Harbarth,

Sie haben auf Ihrer Webseite vor allem Tweets über ihre diversen Besuche auf Weihnachtsmärkten stehen. Ich nehme aber an, dass Sie sich auch Gedanken über die morgige Abstimmung im Bundestag betr. den Einsatz deutscher Truppen im Syrienkrieg gemacht haben.

Nun berichteten ja kürzlich auch die RNZ wie viele andere Zeitungen über die Bedrohung der Weihnachtsmärkte durch IS. Verstehe ich Sie recht, dass Sie durch den demonstrativen Besuch möglichst vieler Weihnachtsmärkte ein deutliches Zeichen gegen IS setzen wollen? Wir lassen uns unsere Art zu leben nicht kaputt machen.

Ich sehe das Zeichen gegen IS vor allem darin, dass seit September die Grenze für Kriegsflüchtlinge offen ist. 1 Mio Flüchtlinge sind zu uns gekommen, darauf können wir stolz sein. Bundeskanzlerin Merkel hat es möglich gemacht. Darunter die Mehrzahl
Männer, viele davon wollen nicht für irgendeine der Kriegsparteien kämpfen. Bei vielen Fluchten geht es nicht nur darum, das eigene Leben zu retten, sondern  auch nicht zu kämpfen. Flüchtlinge sind Kriegsdienstverweigerer.

Ein Krieg kann nur geführt werden, wenn Soldaten, meist Männer, mitmachen. Ich fordere Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass weiter riegsflüchtlinge in unser Land kommen können. Das ist aktive Friedenspolitik gegen IS.

Wir haben als Land mit der Aufnahme der Flüchtlinge schon mehr gegen Daësch getan, als alle anderen Länder der EU. Wir sollten weiter den Kriegdienstverweigerern helfen und keine deutschen Soldaten schicken.

Die Flüchtlinge aus der DDR waren Ende der 80er Jahre mit entscheidend, genauso wichtig wie die Bürgerrechtler.
Demonstrationen sind heute in Syrien schwer möglich, Flucht ist das deutlichste Nein zu diesem Krieg und allen die ihn führen.
Unterstützen Sie weiter dieses Nein.

Stimmen Sie morgen gegen den Militär-Einsatz! Engagieren Sie sich für eine Friedenspolitik, die den Namen verdient!

Mit freundlichem Gruß, Wolfgang Krauß

Warum nicht Bodentruppen??

Und hier das Mail an den SPD-MdB, seine Stellungnahme auf die ich mich beziehe hier
Von    : Wolfgang Krauss <WKrauss@gmx.net>
An     : lars.castellucci.ma01@bundestag.de
Datum  : Donnerstag, 3. Dezember 2015, 23:35
Betreff: Bundeswehreinsatz in Syrien

Lieber Herr Castellucci,

Sie werde also morgen im Bundestag für den Einsatz deutscher Truppen im Syrienkrieg stimmen, so verstehe ich die Stellungnahme auf Ihrer Netzseite.

Wenn es stimmt, dass Daësch “eine Mörderbande” ist, dann sollte man ihnen nicht den Krieg erklären, sondern sie als Kriminelle verfolgen. Ob sie aber nur eine “Mörderbande” sind? Daësch ist dabei, sich zu organisieren und als “Staat” zu institutionalisieren. Ihnen den Krieg zu erklären, heißt in ihre Falle zu laufen. Sind Staaten nicht alle in der Gefahr “Mörderbanden” zu sein? Die Mittel haben sie durch Ihre Armeen. Einige der gegen Daësch stehenden Mächte haben Atomwaffen und damit ein Vielfaches der Vernichtungsmöglichkeit der Daësch-Truppen. Wieviele Menschenopfer haben die französischen Atomwaffen gekostet
schon ohne dass sie bisher im Einsatz waren? Vor 70 Jahren töteten die US-Atombomben in Japan auf enen Schlag 150.000 Menschen. Mehrere 100.000 Tote jüngst durch die US-Kriege gegen Irak, da muss Daësch sich noch “anstrengen”. 6 Mio im deutschen Namen getötete Juden vor 70 Jahren, auch da hat Daësch noch aufzuholen. Sorry, ich will nicht zynisch werden. Aber es gilt doch die Relationen zu sehen. “Wir” sind nicht die Guten.

Sie sprechen vom deutschen Sonderweg. Den gibt es faktisch, er ist seit September gekennzeichnet durch die für Kriegsflüchtlinge offene Grenze. 1 Mio Flüchtlinge, darunter die Mehrzahl Männer, viele davon wollen nicht für irgendeine der Kriegsparteien kämpfen. Bei vielen Fluchten geht es nicht nur darum, das eigene Leben zu retten, sondern auch nicht zu kämpfen. Flüchtlinge sind Kriegsdienstverweigerer.

Ein Krieg kann nur geführt werden, wenn Soldaten, meist Männer, mitmachen. Ich fordere Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass weiter Kriegsflüchtlinge in unser Land kommen können. Das ist aktive Friedenspolitik gegen Daësch.

Wir haben als Land mit der Aufnahme der Flüchtlinge schon mehr gegen Daësch getan, als alle anderen Länder der EU. Wir sollten den Kriegdienstverweigerern helfen und keine deutschen Soldaten schicken.

Sie schreiben “Militärische Gewalt muss immer das letzte Mittel sein.” Nein, muss es nicht. Viele Konflikte werden durch dieses “letzte” Mittel verschärft und verlängert. Wer entscheidet, dass nun der Zeitpunkt für das “letzte” Mittel da ist? Sie werden das morgen im Bundestag tun. Woher wissen Sie, dass nicht andere Mittel bereit und möglich sind. Ein bisschen Fantasie wäre besser, als nun auch von deutscher Seite das Dreinschlagen zu unterstützen.

Und wenn schon Militäreinsatz unvermeidlich wäre, warum dann nicht Bodentruppen schicken, wie es alle Experten für notwendig halten, um Daësch wirklich militärisch zurückdrängen zu können? Das wäre die Logik Ihres Satzes “Wenn man an diesem letzten Punkt angekommen ist, muss man bereit sein, das zu tun, was notwendig ist.”

Gott verhüte, ich will nicht den Bodeneinsatz befürworten, nur die (Un)Logik Ihrer Argumente aufzeigen.

Stimmen Sie morgen gegen den Einsatz!

Wolfgang Krauß


Endlich kann ich letzte Woche eine erste Etappe des Donauradweges unter die Räder nehmen. Zugegeben, eine recht kurze Strecke, nur wenig mehr als 30 km. Nach einer Tagung im Haus der Dillinger Franziskanerinnen, mit Gepäck und bei völlig verhangenem Himmel ist es nicht gerade eine Traumstrecke, zumal der Weg nur selten an der Donau direkt verläuft, immerhin aber über das Schlachtfeld des spanischen Erbfolgekrieges. Der radfahrende Tourist wird mit ansprechenden Schautafeln über diese große europäische Schlacht informiert. 14.000 Tote waren das Ergebnis vor 311 Jahren. Gruselig und lange her dieser “erste Weltkrieg”, der von Frankreich und Bayern gegen Österreich und England gekämpft wurde. Weltkrieg, weil auch Holland, Preußen, Dänemark, Württemberg, Braunschweig und Hessen-Kassel auf englisch-österreichischer Seite in den Krieg zogen und es sogar in Nordamerika Kämpfe gab. Wieviele Opfer wird der aktuelle Krieg gegen den Terror kosten? Gerade von Frankreich ausgerufen, soll auch Deutschland nach dem Willen der Großen Koalition sich beteiligen. Hat nicht der alte Krieg gegen den Terror nach 9/11 bewiesen, dass Terror durch Krieg nicht zu besiegen ist? Warum fallen die Mächte in Ost und West auf die Provokation der terrorISten herein? Nun darf IS Kriegspartei sein!

Auf dem Weg durchs breite Donautal komme ich an vielen einsamen Höfen vorbei, hier Schwaige genannt. Von Dillingen bis Donauwörth begegne ich keinem anderen Radfahrer, ich bin ganz alleine unterwegs. Das Gegenteil von Saison auf dem sonst oft überlaufenen Donauradweg. Um das Hofgut Bäldleschwaige plötzlich steigt das Verkehrsaufkommen, doch nicht Radfahrer kommen mir entgegen, sondern PKWs. Hunderte und ein halbes Dutzend Reisebusse belegen den großen Parkplatz.

Ein Feuer lodert in einer Blechtonne und wird neu gefüttert. Dann die Ursache des Auftriebs: viele Buden, lichtergeschückt, Weihnachtsmelodeien ausstoßend, auch die typischen Gerüche eines “Christkindlesmarktes” Bratwurst, Glühwein, Waffeln kandierte Mandeln. So fest ich kann, trete ich in die Pedale, denn hatte es in den Medien nicht geheißen, gerade die Weihnachtsmärkte könnten jetzt Ziel der terrorISten sein? Auf dem Augsburger Weihnachtsmarkt wurde ein Kinderkarusell angezündet. Nichts wie weg! Mit Bratwürsten und Waffeln will ich nicht in Stücke gerissen werden. Endlich habe ich einen vernünftigen Grund, Weihnachts- und ChrISstkindlesmärkte zu meiden. Die letzten Jahre war es nur meine alle Jahre sich steigernde Weihnachtsmarktallergie. Ein Stigma, das mich in den Augen vieler asozial aussehen ließ. Nach wenigen hundert Metern kann ich vom breiten Weg des Marktes abbiegen und weiter radeln in den dämmriger werdenden Abend.

 

 


Als in Paris am Freitag abend terroristische Attentäter ihre blutigen Anschläge durchführten, waren 150 Bammentaler Bürgerinnen und Bürger in der Mehrzweckhalle versammelt zur Gründungsversammlung des Flüchtlingshilfevereins jAsyl.  Andrea van Bebber gab eine Einführung ins aktuelle Asylrecht und anschließend wurden viele praktische Ideen gesammelt, wie die im Dezember erwarteten ca. 90 Männer aus Irak, Eritrea, Syrien … willkommen geheißen werden können. Die meisten werden Flüchtlinge vor dem Terror des IS sein. Oder vor der Gewalt der syrischen Regierung gegen das eigene Volk. Oder vor den chaotischen Verhältnissen nach mehreren US-Interventionen. – Wieder zuhause angekommen, hieß es bald, schaut mal in das Fußballspiel Frankreich-Deutschland rein, da hat es Detonationen gegeben …

IMG_3617

Am Samstagabend eröffnete Andrea van Bebber den Konzertabend mit ihrer Band im Bammentaler Familienzentrum mit der Frage: Wie können wir heute abend Liebeslieder singen, angesichts der schrecklichen Untaten von Paris in der Nacht zuvor. Wie wohl andere bei anderen Konzerten, gab sie die Antwort: Gerade deswegen müssen wir von der Liebe singen. So wehren wir uns gegen den Hass und die Gewalt. Der Beifall des Publikums gab ihr recht und so wurden die Lieder Andreas und die Gospels des zunächst auftretenden Chores Taktvoll zu einem Signal der Liebe gegen den Hass. Die Spenden am Ausgang gingen zur Hälfte an das Familienzentrum, die andere Hälfte an die Flüchtlingshilfe durch jAsyl.

Solidarität mit den Opfern in Bagdad, Beirut, Istanbul, Mubi, Paris

Solidarität mit den Flüchtlingen


Da steht er, massig massiv. Ohne Zweifel ein Panzer. Doch nichts zu sehen von der olivgrauen Stahloberfläche. Viele einzeln gestrickte Wollflächen, quiltartig aneinandergenäht, geben der Kampfmaschine ein kuschelig buntes Kleid. Einfarbige Stücke wechseln ab mit gemusterten und unten, wo sieben Räder die Ketten treiben, werden sie verdeckt von konzentrisch bunt gestrickten Wollkreisen. Einige der Strickstücke zeigen Motive: neben den erwartbaren Tauben – Friedenstauben, in den 1980ern auf jeder Demo zu sehen – das ebenso erwartbare Peace-Zeichen und niedliche Applikationen wie Bommel und Socken.

IMG_3305

Der Panzer steht vor dem Augsburger Textilmuseum als Teil der Ausstellung „Kunst-Stoff“. Sie setzt die Dauerausstellung zur Geschichte der verflossenen Augsburger Textilindustrie in Kontrast mit post-moderner Kunst. Am 8.5.2015, dem 70 Jahrestag des Kriegsendes, zog die Dresdener Künstlerin Barbara Niklas dem Panzer sein buntes Wollkleid über. Unter dem Motto „Auf ins Geflecht“ hatte sie schon 2013 in Dresden sechzig Leute an der Wollhülle für den Leopard 1 mitgestricken lassen, sieben Jahre die jüngste und 83 die älteste Strickerin. Der Panzer wurde vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ausgeliehen. Der Leopard 1 war der erste nach dem 2. Weltkrieg produzierte deutsche Kampfpanzer. Von 1964-84 wurden 4744 Stück produziert. Weltweit verkaufte er sich gut. Erste Kampferfahrungen machte er 1994 durch das dänische Kontingent der UNPROFOR in Bosnien und 2006 durch kanadische Truppen in Afghanistan.

Nun steht er in der Friedensstadt Augsburg. Erst als ein etwa sechsjähriges Mädchen von seinen Eltern hinaufgehoben wird, traue ich mich raufzuklettern. Da ist der harte Stahl unter der Wolle zu spüren. Es ist nur eine Verkleidung. Das Kriegsgerät ist nicht verschwunden. Eine Granate könnte mühelos, die von einer Strickwerkblume auf Tennisballgröße verkleinerte Rohröffnung, verlassen. Es braucht mehr als Stricken, um Panzer und Kanonen unbrauchbar zu machen.

Auf der rechten Flanke sind schwarz auf grau zwei Köpfe mit Heiligenschein zu sehen. Maria und das Jesuskind. Ein Hinweis auf den, der, gerade geboren, schon von der gepanzerten Macht seiner Zeit mit dem Tod bedroht wurde, nur durch Flucht zu retten war. Ein Hinweis auf den, der seinen Feinden gewaltfrei entgegenging und bis heute aufruft Feinde zu lieben. Ein Hinweis auf den, der alle Völker einlädt in seine Nachfolge und heute schon Schwerter zu Pflugscharen und Panzer zu Mähdreschern zu machen und den Krieg nicht mehr zu lernen.IMG_3310

Inzwischen sind Schilder aufgestellt: „Das Betreten des Kunstwerks ist nicht gestattet. Eltern haften für ihre Kinder.“

Panzer und Ausstellung sind noch bis 29. 11.15 im Staatlichen Textil- und Industriemuseum (TIM) Augsburg zu sehen. http://www.timbayern.de/ausstellung/kunststoff/


Die Määnzer Fasenacht, der Kölner und Düsseldorfer Karneval, sie sollen ja neben den Ursprüngen im letzten Aufbäumen vor der langen Fastenzeit vor Ostern, auch etwas mit dem bürgerlichen Widerstand gegen preußisches Uniformenwesen und Obrigkeitsstaat zu tun haben. Wenn am Sonntag der Braunschweiger Karnevalsumzug wegen islamistischer Terrorgefährdung – soll ich das glauben? – abgesagt wurde, Samstagnacht in Kopenhagen auf einer Diskussionsveranstaltung zu Karikaturen und später vor einer Synagoge zwei Menschen durch Schüsse eines Attentäters getötet wurden, wird dann schon die Teilnahme an einem Rosenmontagsumzug zum Widerstand gegen islamistischen Terror. Auch schon das Einschalten der Übertragung in ARD? An sich meide ich die Übertragung von Kappensitzungen, aber zufällig bin ich letzte Woche in eine reingezappt und hab das Lied von Ercan Demirel aus Mainz-Mombach gehört. Er singt von Ramadan und Fasenacht. Soooo gut! Soooo deutsch! Soooo Türkisch! Das ist unsere Antwort auf Integration, sagt der Sitzungspräsident und Recht hat er! Das ist mehr, mehr, mehr als jede Integration – ein ineinander Wachsen. Unter Türken ist Ercan übrigens auch ein Popstar. Hört ihn euch an Ercan Demirel

In Wunsiedel haben die örtlichen “Narren” gegen einen Neonaziaufmarsch mobilisiert: Fasching gegen Faschisten.

 

 


159

Endlich lindenfrei der Rathausplatz in Bammental! Vor Jahren war die Rathausmehrheit samt dem damaligen Bürgermeister Vogel dem Stadtplanungsbüro Sternemann, Glubsch und Partner auf den Leim gegangen und dessen Vorgabe zur “Sanierung” des Rathausplatzes. Das Ganze “im Stil einer oberitalienischen Piazza”, da stören die beiden Lindenbäume nur, ebenso der riesige Magnolienbaum vor der evangelischen Kirche. Der schönste Anblick im Frühjahr, die rosa-weiße Blütepracht vor dem roten Buntsandstein. Das stört alles die “Sichtachse zwischen weltlicher Macht und Kirche”. Nur konnte der Plan nicht umgesetzt werden angesichts eines massiven Bürgerprotestes mit Mahnwachen, Kinderdemos, Volksliedersingen “Kein schöner Land in dieser Zeit … wo wir uns finden wohl unter Linden”, Go in ins Rathaus … So schloss man einen Kompromiss: eine Linde muss weg, eine kann bleiben. Herbeigeholte Experten urteilten im Frühjahr noch bevor die Bäume ausschlagen konnten: “der Baum hat so kleine Knospen, der ist krank, der muss weg”. Alte Bammentaler wussten es besser, der Baum mit den großen Knospen war eine Winterlinde, der war immer früher dran als der andere, die Sommerlinde. Doch auf sie hörte man nicht. In aller Frühe um 4 Uhr nachts mussten Gemeindearbeiter die Linde fällen. Die Schnittfläche zeigte einen gesunden Querschnitt, keine Krankheitssymptome. Die kommenden Monate schlug der Stumpf noch kräftig aus bis die Bauarbeiten begannen, Stumpf und Wurzeln rausgerissen wurden und tonnenweise Beton jedes Leben an dieser Stelle verhindern sollte. Rings herum nahm die Sandsteinwüste Gestalt an. Die andere Linde durfte bleiben, doch wurde sie in ein enges Korsett gezwängt, das ihr zuwenig Erde, Wasser und Luft zum Überleben ließ.

Wo die Sommerlinde stand, wird nun alljährlich der Weihnachtsbaum im Beton verankert. Und kaum war sie gefällt, schämte der Gewerbeverein sich nicht, ein großes Lindenfest zu feiern mit Straßensperrung, Feuerwehrkapelle, Rock und Pop,  … Schirmherr war Bürgermeister Vogel.

010

Auch die jetzige Schnittfläche der zweiten Rathauslinde zeigt keine Krankheitsanzeichen. Hätte der Baum nicht noch einige Jahre  stehen können? Warum musste er jetzt abgesägt werden? Wie wird der neue Baum im “Substrat” gedeihen?

Das Bammentaler Wappen zeigt neben dem Kurpfälzer Löwen und weißblauen Wittelsbacher Rauten einen Lindenbaum, flankiert von 2 Tulpen in guter Erde gepflanzt. Ob man den Lindenbaum nicht ehrlicherweise rausnehmen sollte? Vielleicht einen Stumpf ins Wappen nehmen.

170

Immerhin gab es noch jahrelang beim Kerweumzug Motivwagen, die fragten, wie ein Vogel ohne Bäume überleben will. Und immerhin hat die kommunale Verwaltung diesmal Trauerbeflaggung angeordnet, seit die Linde gefällt wurde. 175


Ältere Artikel »